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Chapeau, Lance!

Andreas Klöden hat zu Recht mit einer Verbeugung vor Lance Armstrong seine Anerkennung für den Rekord-Toursieger ausgedrückt, meint Alexander Winokurow. Doch auch für sein T-Mobile Team fällt die Tour-Bilanz 2004 nach Ansicht des Rad-Stars, der seine Verletzung mittlerweile auskuriert hat, positiv aus.

Liebe Radsportfreunde,

es kribbelt in den Beinen. Heute steige ich bei der Wallonien-Rundfahrt nach sechs Wochen Pause in das Renngeschehen ein. Meine Schulter ist wieder in Ordnung. Mal sehen, wie es rollt. Trainiert habe ich gut. In Monaco habe ich mir nach dem Training am Sonntag ausgiebig die Siegerehrung der Tour de France angeschaut. Das französische Fernsehen hat ja ausführlich berichtet. Lance Armstrong ist ein großer Sieger. Er ließ der Konkurrenz keine Chance. Ich verstehe Andreas Klöden, wenn er mit einer Verbeugung vor Armstrong seine Anerkennung ausdrückt. Sechs Siege in Reihenfolge als erster Mensch beim größten Radrennen der Welt. Da Sage ich nur: Chapeau!

Wir als T-Mobile Team müssen unser Licht keineswegs unter den Scheffel stellen. Meine Jungs haben dem US-Postal-Team einen harten Kampf geboten In der Mannschaftswertung schnappten wir den US-Boys sogar den ersten Rang weg. Zumindest ein kleiner Trost. Den Sieg hätten andere Teams auch ganz gern an Land gezogen. Mit dem zweiten Gesamtrang von "Klödi" und dem vierten von Jan sowie den anderen guten Etappenplatzierungen waren wir am Ende nicht von der Spitze zu verdrängen.

Andreas hebt trotz seines zweiten Platzes nicht ab. Das ist gut so. Er weiß genau, wie schwer es ist, auf dem jetzigen Erfolgskurs weiterzurollen. Vielleicht werden wir schon nächsten Sonntag bei den HEW-Cyclassics wieder Seite an Seite kämpfen. Ich freue mich jedenfalls auf ein Wiedersehen mit meinen beiden Freunden Jan Ullrich und Andreas Klöden. Die Jungs waren bereits zweimal bei mir in Kasachstan zu Besuch. Sie sind wieder für die Zeit nach der WM eingeladen.

Wie es aussieht, starte ich nämlich im Oktober in Verona bei der WM. Durch den Ausfall der Tour de France versuche ich, mich für Olympia in Form zu fahren. Vielleicht nominiert mich unser Sportlicher Leiter Mario Kummer für die Vuelta. Den Schwung der dreiwöchigen Spanien-Rundfahrt würde ich dann gern für die WM nutzen. Der Kurs von Verona liegt mir. Er bietet sich für Angriffe und Ausreißversuche an. Da rechne ich mir eine Chance auf einen Medaillenplatz aus.

Aber heute feiern die Jungs in Bonn erst einmal die schönen Erfolge bei der Tour de France. Ich weiß, wie wir selbst ohne Gelbes Trikot um die guten Plötze und Prämien von den meisten Radprofis der Welt beneidet werden. Wir erlebten spannende drei Wochen mit gigantischem Radsport vom Feinsten.

In diesem Sinne auf Wiedersehen, au revoir und doswitanja

Ihr Alexander Winokurow

Alexander Winokurow war eigentlich als der wichtigste Helfer von Jan Ullrich im T-Mobile Team für die Tour de France vorgesehen. Doch bei einem Sturz bei der Tour de Suisse zog er sich eine Sprengung des Schultereckgelenks mit dem Riss sämtlicher Bänder, die einen Tour-Start unmöglich machten.

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