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Jetzt muss es Matthäus machen!

Für Olaf Thon fällt das Fazit dieser Europameisterschaft eindeutig aus: Es war die beste aller Zeiten. Dubios findet der Weltmeister von 1990 derweil, wie sich die Suche nach einem Nachfolger für Rudi Völler entwickelt.

Liebe Fußballfreunde,

Griechenland ist Europameister geworden - und das zu Recht. Otto Rehhagels taktisches Geschick hat alle moderne Spielvarianten, sei es nun die Dreier- oder Viererkette in der Abwehr, lügen gestraft. Das "System" spielt keine Rolle, das ist für mich das Fazit der EM. Vielmehr ist die Taktik entscheidend, die natürlich von den Spielern auf dem Feld akribisch umgesetzt werden muss. Ottos Hellas-Team hat dies in Perfektion vorgeführt.

Gestatten Sie mir noch einen kleinen Rückblick auf das Endspiel. Die taktische Formation der Griechen war für mich keine Überraschung, sie haben so gespielt wie es alle erwartet haben. Die Portugiesen wirkten auf mich, obwohl sie einen Tag länger Pause hatten als ihre Kontrahenten, merkwürdigerweise müde. Figo hätte ich nach 60 Minuten ausgewechselt, weil er fast keine gelungene Aktion hatte und meiner Ansicht nach das Spiel "verschleppte". An seiner Stelle wäre ein junger Spieler mit Power viel wirkungsvoller für die Portugiesen gewesen. Auch der vielgelobte Deco spielte weit unter seinen Möglichkeiten, für ihn hätte ich Rui Costa früher bei den Portugiesen rangelassen.

Dass die Griechen zu schlagen sind, haben nicht nur die Russen bewiesen, die Ottos Team die einzige EM-Niederlage zufügten. Die Portugiesen hatten ebenfalls diese Chancen, wenn sie von Beginn des Spiels an ihren Gegner so unter Druck gesetzt hätten, wie sie das der zweiten Halbzeit getan haben.

Aber das ist heute alles Schnee von gestern. Und trotz aller Euphorie über Ottos Sieg ist in Deutschland die Bundestrainer-Frage weiter das beherrschende Thema. Ich selbst bin sehr verwundert, wie DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder innerhalb so kurzer Zeit so gewaltig unter Druck geraten kann. Und das Trainer-Hickhack wird für mich auch immer dubioser. Vor einigen Tagen habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass ich mich sehr darüber wundere, dass sich Ottmar Hitzfeld zehn Tage Zeit nehmen wollte, um darüber nachzudenken, ob er das Bundestrainer-Amt annimmt oder nicht. Dann hat er schließlich abgelehnt und "Golf-Gründe" vorgeschoben. Das hat für mich die ganze Angelegenheit noch dubioser gemacht. Ich vermute aber, dass für Hitzfelds Entscheidung ganz andere Gründe eine Rolle gespielt haben.

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