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Zittern vor dem Fernseher

Alexander Winokurow will den schnellen Rückstand von Jan Ullrich auf Lance Armstrong nach den ersten Renntagen nicht überbewerten. Der verletzte T-Mobile-Star ist überzeugt, dass der entscheidende Kampf um das Gelbe Trikot erst in der zweiten Tour-Woche beginnt.

Liebe Radsport-Freunde,

manchmal glaubte ich, vor dem Fernsehapparat ein bisschen zu bibbern. Obwohl bei uns hier in Monaco Temperaturen über 30 Grad herrschen. Ich kann mich aber gut in die Jungs bei der Tour hineinversetzen, wenn sie bei Regen, Wind und niedrigen Temperaturen über die belgischen Straßen jagen. Es ist nicht das Wetter für meinen Freund Jan Ullrich.

Aus meiner Sicht beginnt der entscheidende Kampf um das Gelbe Trikot sowieso erst in der zweiten Tour-Woche. Dort kann Jan ein Trikot weniger anziehen und sich wahrscheinlich auf viel Sonne und hohe Temperaturen freuen.

Nach den ersten Tagen ist noch nicht viel passiert. Für das T-Mobile Team ist alles noch im grünen Bereich, wie meine deutschen Kollegen immer sagen. Wie erwartet, haben sich einige Fahrer aufgerafft und in Ausreißversuchen ihr Glück gesucht.

Mich hat es nicht überrascht, dass Jens Voigt zu den Initiatoren zählte. Es gehört zur Taktik seines Managers Bjarne Riis vom CSC-Team, konsequent auf Angriff zu fahren. Unsere T-Mobile-Mannschaft muss höllisch aufpassen, damit nicht durch einen überraschenden Ausreißversuch wie im März bei Paris - Nizza nur schwer aufholbare Zeitabstände entstehen.

Allerdings wollen bei der Tour traditionsgemäß in der ersten Woche die Sprinter-Teams auf den Flachetappen ihr Heu einfahren. Das hilft uns bei der Überwachung des Pelotons.

Etwas gewundert hat mich am Sonntag, warum die Italiener mit ihrem Super-Sprinter Alessandro Petacchi nicht gleich auf der ersten Etappe voll hingelangt haben. Vielleicht hat das ständige Auf und Ab durch die Ausläufer der Ardennen Alessandro doch zu sehr den Dampf aus den Beinen gezogen. Mal sehen, wie es weitergeht.

Jaan Kirsipuu, der alte Fuchs, nutzte die Gunst der Stunde und fuhr bereits seinen vierten Tour-Etappensieg ein. Ein Lob gebührt seiner Mannschaft Ag2R. Die Jungs haben ihn auf den letzten Kilometern geschickt und mit viel Kraftaufwand in die Siegspur lanciert.

Für die weiteren Flachetappen drücke ich Erik Zabel fest die Daumen. Wenn er das richtige Hinterrad erwischt, ist "Ete" immer in der Lage, den 13. Etappensieg bei der Tour auf seinem Konto zu verbuchen.

Bis bald an dieser Stelle,

Ihr Alexander Winokurow

Alexander Winokurow ist eigentlich der wichtigste Helfer von Jan Ullrich im T-Mobile Team. Doch bei einem Sturz bei der Tour de Suisse zog er sich eine Sprengung des Schultereckgelenks mit dem Riss sämtlicher Bänder, die einen Tour-Start unmöglich machen.

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