Handelsblatt-Duell zwischen Minister und Herausforderer
Was Müller anders machen will - und woran Späth festhält

Der eine will nur ein gewöhnlicher Minister bleiben, der andere sogar ein Superminister werden: Werner Müller und Lothar Späth traten auf Einladung des Handelsblatts zu einem Duell an - und lieferten sich ein spannendes, bisweilen auch amüsantes Streitgespräch.

gof/huh BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) wird sein Amt im Falle eines Wahlsieges von SPD und Grünen weiterführen. Er habe eine entsprechende Zusage von Bundeskanzler Gerhard Schröder, sagte Müller im Wirtschaftsduell des Handelsblatts mit seinem CDU-Herausforderer Lothar Späth. Der Jenoptik-Chef betonte, dass er bei einem Wahlsieg von Kanzlerkandidat Edmund Stoiber nur als "Superminister" für Wirtschaft und Arbeit antreten werde.

Späth kündigte an, er werde als Bundeswirtschaftsminister den von Rot-Grün ausgehandelten Atomausstieg nicht rückgängig machen. Es gebe ausreichend Energie und deshalb keinen Grund, das Thema neu aufzurollen. Auch die von der Union heftig kritisierten rot-grünen Förderprogramme für regenerative Energien will Späth im Falle eines Wahlsieges weiterführen. Das technische Potenzial auf diesem Sektor sei noch lange nicht ausgeschöpft, sagte der CDU-Politiker. Außerdem wolle auch die Union so viel erneuerbare Energie wie möglich. Heftig kritisierte Späth die Vorschläge der Hartz-Kommission zur Deregulierung des Arbeitsmarkts. Der auf haushaltsnahe Dienstleistungen beschränkte Einstieg in einen Niedriglohnsektor sei nicht ausreichend und werfe schwierige Abgrenzungsfragen auf.

Müller lehnte den Einstieg in einen Niedriglohnsektor nicht generell ab. Er erinnerte aber an den Missbrauch, der mit der alten Regelung der 630-Mark-Jobs getrieben worden sei. Im Rückblick auf die vergangene Legislaturperiode äußerte sich der Wirtschaftsminister kritisch über die Reform des Betriebsverfassungsgesetzes. Sie habe das Verhältnis der Wirtschaft zu Rot-Grün erheblich eingetrübt. Er kündigte an, bei einem Wahlsieg von SPD und Grünen noch in diesem Jahr die seit langem angekündigte Mittelstandsbank einzurichten.

Lesen Sie hier das Rededuell im Wortlaut:

TEIL I: Über Mobilcom, das Ministerium und weniger Bürokratie

TEIL II: Über Steuern, Arbeitsmarkt und den Atomausstieg

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