Handelsblatt-Euro-Konjunktur-Indikator im April wieder auf Abwärtskurs – Wachstumsprognosen möglicherweise zu hoch
Aussichten der Euro-Zone verschlechtern sich

Die Konjunkturabkühlung in der Euro-Zone hält an. Dies signalisiert der Euro-Konjunktur-Indikator des Handelsblatts, der im April seinen vor acht Monaten begonnenen Abwärtskurs fortsetzt. Nach einer kurzen Atempause im März rutschte er jetzt weiter von 2,9 % auf 2,7 % ab.

HB DÜSSELDORF. Besorgnis erregend ist, dass derzeit sämtliche in den Indikator eingehenden Einzelgrößen nach unten weisen. Sollte sich an dieser Entwicklung in den kommenden Monaten nichts ändern, müsste für das Gesamtjahr mit einer möglicherweise noch deutlich niedrigeren Wachstumsrate als 2,7 % gerechnet werden. Die OECD hatte vor einer Woche die Rate von 2,7 % prognostiziert. Nach dem Frühjahrsgutachten der sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sind 2,6 % zu erwarten.

Zwar lässt der Handelsblatt-Euro-Konjunktur-Indikator für die ersten beiden Quartale des laufenden Jahres noch auf eine Jahreswachstumsrate von 3,3 % bzw. 2,9 % im Euro-Raum schließen. Für die zweite Jahreshälfte kann aber nach den jüngsten Konjunkturdaten ein weiteres, deutliches Abflachen des Wachstumstrends nicht mehr ausgeschlossen werden.

Während das Industrievertrauen in der Euro-Zone, das in den Handelsblatt-Indikator immerhin mit einem Gewicht von zwei Fünfteln eingeht, erstmals seit 15 Monaten in den negativen Bereich rutschte, verharrte das Konsumentenvertrauen auf einem vergleichsweise günstigen Wert. Zumindest solange die positive Beschäftigungsentwicklung anhält, dürften die privaten Konsumausgaben eine wichtige Stütze der Konjunktur bleiben.

Am schlechtesten ist die Stimmung der Industrie in den großen Ländern der Euro-Zone derzeit in Deutschland und Italien. Ungünstigere Noten erhielten unter anderem die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland. Auch in der Industrieproduktion des Euro-Raums scheint sich mittelfristig eine Abflachung des Wachstumstempos abzuzeichnen.

Hier der HB-Euroindikator in Tabellenform

Stand: April 2001, letzter Wert des Indikators vorläufig; Indikator (Monatswerte) für die Konjunktur in der Eurozone etwa ein Vierteljahr später; reales BIP in gleitender Jahreswachstumsrate für die Eurozone (Summe des saisonbereinigten BIP in den letzten vier Quartalen bezogen auf die Summe der vorhergehenden vier Quartale).
Quelle: Handelsblatt

 

Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator:

    


 2001
Monatswert Euroindikator 


in % im Erscheinungsmonat
Gleitende Jahresrate 


BIP in %
 April2,7 
 März2,9 
 Februar2,9 
 Januar3,0 
    


 2000
Monatswert Euroindikator 


in % im Erscheinungsmonat
Gleitende Jahresrate 


BIP in %
 Dezember3,13,4
 November3,43,4
 Oktober3,63,4
 September3,73,5
 August3,83,5
 Juli3,63,5
 Juni3,53,3
 Mai3,53,3
 April3,53,3
 März3,62,9
 Februar3,62,9
 Januar3,42,9
    


 1999
Monatswert Euroindikator  


in % im Erscheinungsmonat
Gleitende Jahresrate 


BIP in %
 Dezember3,22,5
 November2,92,5
 Oktober2,72,5
 September2,52,2
 August2,22,2
 Juli2,12,2
 Juni1,92,2
 Mai1,92,2
 April2,02,2
 März2,02,4
 Februar2,02,4
 Januar2,12,4
   


 1998
Monatswert Euroindikator 


in % im Erscheinungsmonat
Gleitende Jahresrate 


BIP in %
 Dezember2,22,8
 November2,42,8
 Oktober2,62,8
 September2,83,0
 August3,03,0
 Juli3,13,0
 Juni3,13,0
 Mai3,13,0
 April3,03,0
 März2,92,8
 Februar2,82,8
 Januar2,92,8
 

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