Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator fällt
HB-Eurokonjunktur-Indikator: Wolken über dem Euro-Raum

Der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator fällt, zeigt aber robustes Wachstum an. Die DG Bank hält weiteren Euro-Verfall für möglich.

HB DÜSSELDORF. Die Wolken über der Konjunktur im Euro-Raum mehren sich, verdunkeln den Himmel aber nur teilweise. Erstmals seit 16 Monaten ist der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator gefallen. Der Indikator erreichte im Oktober nur noch einen Wert von 3,4 %, nach revidierten 3,6 % in den Vormonaten.

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Damit zeichnet sich ab, dass die Konjunktur im Euro-Raum spätestens gegen Jahresende ihren Zenit überschreiten wird. Ausschlaggebend für den Rückgang des Indikators war der Ölpreisschreck, der den Optimismus der Verbraucher drückte. Die robuste Industrieproduktion und die moderate monetäre Verknappung deuten indes auf ein anhaltend kräftiges, wenn auch leicht abgeschwächtes Wachstum hin.

Der Chefvolkswirt der DG Bank, Michael Heise, prognostizierte, der Euro-Raum werde 2001 einen deutlichen Anstieg des privaten Konsums erleben. Auch dürften die Direktinvestitionen zulegen, sagte Heise der Deutschen Presse-Agentur.

Auf den Euro-Kurs werden sich die guten Aussichten nach Meinung Heises kurzfristig jedoch nicht auswirken. In den kommenden Wochen sei noch ein Wechselkurs von 0,80 US-Dollar pro Euro möglich. Der Euro hatte vergangenen Mittwoch mit knapp 0,83 $ ein historisches Tief markiert. Wenn der Ölpreis falle und ernste politische Krisen wie in Israel ausblieben, könne der Euro aber 2001 die Parität zum US-Dollar erreichen, sagte Heise.

Der Präsident der Organisation der Erdöl exportierenden Länder, Ali Rodriguez, stellte am Wochenende für Ende Oktober eine Erhöhung der Ölfördermenge in Aussicht. Am Freitag war der Spotpreis für Brent-Nordseeöl um 88 Cents auf 31,60 $ gestiegen.

Wie Heise zeichnet auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in seinem neuesten Konjunkturreport ein optimistisches Wachstumsbild. Zwar seien die aktuellen Konjunktursignale unklar, meint der BDI. Es sei aber verfrüht, von einer sich anbahnenden Trendwende zu sprechen. Die deutsche Wirtschaft sei nach wie vor auf Expansionskurs. Der BDI rechnet mit einem Wachstum von knapp 3 % für 2001.

Derzeit bremsten freilich höhere Ölpreise und die geplante Fortsetzung der nächsten Ökosteuerstufen den Konjunkturoptimismus, warnt der BDI. Auch die Herbstumfrage von Creditreform zeigt ein eingetrübtes Geschäftsklima im deutschen Mittelstand. Dem schlechteren Klima steht freilich entgegen, dass die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe im August deutlich zugelegt hatten.

Am Dienstag werden die großen Wirtschaftsforschungsinstitute in Berlin ihre Gemeinschaftsdiagnose zur konjunkturellen Lage in Deutschland und der Weltwirtschaft vorlegen.

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