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Kahn und Ballack sollten packen!

Olaf Thon empfiehlt den Bayern-Stars, München den Rücken zu kehren. Außerdem versteht der Weltmeister von 1990 die Aufregung um das Vorgehen des DFB-Präsidenten bei der Trainersuche nicht und bricht eine Lanze für „MV".

Liebe Fußball-Freunde,

nach dem Rücktritt von Rudi Völler von seinem Job als Teamchef ist in der deutschen Öffentlichkeit die Nachfolgediskussion in vollem Gange. Dabei ist DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder besonders in die Kritik geraten. Er handele selbstherrlich, wird ihm vorgeworfen. Und was ihm noch viel mehr übel genommen wird: Er favorisiert Christoph Daum als Völler-Nachfolger.

Dieser ganze Trainer-Hickhack hat jetzt zur Folge, dass sich mein Wunschkandidat für diese Position, Ottmar Hitzfeld, zehn Tage (!) Zeit nehmen will, um eine Entscheidung zu treffen, ob er das Bundestraineramt annimmt oder nicht. Ich glaube zwar nicht, dass Hitzfeld so lange für seine Entscheidung braucht, trotzdem geht mir das Theater, das nun öffentlich um die Trainersuche gemach wird, etwas platt gesagt auf den Senkel. Vor allem die Kritik an Mayer-Vorfelder. Die ihn kritisieren, sollten bedenken, dass er DFB-Präsident ist - und damit auch berechtigt, so eine wichtige Frage wie die nach dem neuen Bundestrainer zur Chefsache zu erklären.

Das hat auch nichts mit patriarchalischen Verhalten zu tun. Es ist vielmehr seine Pflicht, bei diesem Thema den Ton anzugeben. Und wenn er auch Christoph Daum in die engere Auswahl für den Bundestrainerposten nimmt, ist das für mich überhaupt nicht tragisch - Konkurrenz belebt das Geschäft, sage ich in diesem Fall.

Außerdem halte ich Mayer-Vorfelder für einen gewieften Taktiker, der genau weiß, was er tut. Ich gehe davon aus, dass er für sein Verhalten die Rückendeckung des DFB hat.

Ein ganz anderes Thema, was uns Fußballer nach dem Ausscheiden der deutschen Elf weiter bewegt, ist die Frage: Verlassen Oli Kahn und Michael Ballack die Münchner Bayern? Meine Meinung hierzu: Beide sollten in bayrischen Landeshauptstadt ihre Koffer packen. Für Kahn dürfte es zum Beispiel die letzte Chance sein, zu einem anderen Verein zu wechseln. Offensichtlich läuft auch alles darauf hinaus, denn zwischen Kahn und den Vereinsbossen soll ja angeblich Funkstille herrschen.

Ein Kahn-Wechsel hätte - auch im Hinblick auf die WM 2006 - den positiven Nebeneffekt, dass in einem deutschen Spitzenklub ein Platz für einen jungen Torhüter frei würde und so auch der Nachwuchs einmal eine Chance bekommt, sich auf höchstem Niveau zu zu beweisen.

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