Handelsblatt fragt nach
Leo Apotheker: „Wir brauchen mehr Disziplin“

Sie leiten den weltweiten Vertrieb, zugleich aber kommissarisch die SAP in Amerika. Wie lange wollen sie zwei Vollzeit-Jobs gleichzeitig machen?

Meine persönliche Motivation ist, diesen Zustand so schnell wie möglich zu beenden. SAP ist in den USA aktiv auf der Suche nach einem CEO.

Nach welcher Art von Manager suchen Sie denn?

Wir suchen nicht nur einen Manager, sondern einen CEO. Also jemanden, der das US-Geschäft nach außen und innen wirklich führen kann. Wir sind in den USA einer der führenden Anbieter von Unternehmenssoftware. Das wollen wir durch eine entsprechende Führungspersönlichkeit unterstreichen. Wir suchen ein großes Kaliber.

Eine Führungspersönlichkeit aus der Branche?

Das kommt darauf an, wie man die Branche definiert. Vielleicht nicht unbedingt aus der Softwarebranche, aber aus dem Kreis der IT-Industrie.

Wann erfahren wir den Namen?

Es sind noch rund eine Hand voll Kandidaten im Rennen, und ich gehe davon aus, dass wir innerhalb der nächsten 60 Tage etwas verkünden werden.

SAP tut sich in den USA immer noch schwer. Sind mit einem neuen Chef alle Probleme gelöst?

Meiner Einschätzung nach haben wir in den USA kein Problem mit der Bekanntheit der Marke. Aber ich arbeite im Moment daran, die Effizienz des Vertriebs zu verbessern. Wir müssen uns stärker auch um Kunden kümmern, die nicht zu den Top-30-Unternehmen gehören. Das verlangt mehr Disziplin und straffere Strukturen, auch im Management. Wir sind ein gutes Stück weiter, aber das ist eine der Aufgaben des neuen CEO. Er ist also nicht die alleinige Lösung aller Probleme, aber doch ein wichtiger Teil.

Sind das spezifische Schwächen des US-Vertriebs oder gilt das für SAP weltweit?

Solange der Vertrieb von Software hauptsächlich mit technischen Fragen verbunden war, passten auch die Vertriebsstrukturen. Heute sind Softwareprodukte wesentlich komplexer geworden, und der Vertrieb muss ganz andere Aufgaben bewältigen. Wir werden in den nächsten Jahren eine immer engere Verzahnung von Vertrieb und Service erleben. Insofern hat SAP mit der Schaffung eines Vorstandsbereichs Vertrieb nur auf die Anforderungen des Marktes reagiert.

Die Fragen stellte Thomas Nonnast.

Quelle: Handelsblatt

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