Handelsblatt-Frühindikator gibt weiter nach
Deutsche Konjunkturwende verzögert sich

Die Industrie in den USA und in der Euro-Zone dürfte in den nächsten Monaten noch nicht auf einen Wachstumspfad zurückkehren. Die Stimmungsumfrage bei den Einkaufsmanagern fiel im November hier wie dort zwar besser aus als im Oktober, die Indizes blieben aber unter 50 Punkten, der Grenzlinie zwischen Wachstum und Schrumpfung.

HB DÜSSELDORF. In Deutschland ist zudem selbst in der Gesamtwirtschaft keine Trendwende im ersten Quartal zu erwarten. Der Handelsblatt-Frühindikator setzte im Dezember seinen Abwärtskurs fort. Er gab nochmals um 0,2 Prozentpunkte auf 0,5 % nach.

Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht Deutschland sogar in der tiefsten Wirtschaftskrise seit 20 Jahren. Er bekräftigte die Forderung nach staatlichen Investitionshilfen, was aber vom Finanzministerium zurückgewiesen wurde. Sinn begründete seine Forderung mit dem starken Fall des Ifo-Geschäftsklimas und dem mit anderen Instituten errechneten Weltwirtschaftsklima, das jetzt so schlecht sei wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1981. Sinn signalisierte, dass die Wachstumsprognose des Herbstgutachtens für Deutschland von 1,3 % für 2002 gesenkt werden müsse.

Der nationale Index der amerikanischen Einkaufsmanager (NAPM) überraschte gestern mit einem relativ starken Anstieg von 39,8 auf 44,5 Punkte, konnte damit den deutlichen Rückgang im Oktober allerdings noch nicht wieder wettmachen. Am kräftigsten erhöhte sich der Teilindex für den Auftragseingang. Er stieg um zehn auf 48,8 Punkte, liegt aber ebenfalls noch unter der 50-Punkte-Schwelle. Etwas besser als erwartet fielen auch die persönlichen Einkommen und Ausgaben der US-Verbraucher aus.

Der Handelsblatt-Frühindikator ist im zweiten Halbjahr 2001 rasant gesunken. Angesichts des Vorlaufs des Indikators von etwa einem Vierteljahr vor der gesamtwirtschaftlichen Produktionsentwicklung ist nicht zu erwarten, dass schon im frühen Frühjahr 2002 eine Trendwende einsetzt. Ausschlaggebend für den weiteren Rückgang waren die Stimmungsverschlechterung in der westdeutschen Industrie sowie der starke Nachfrageeinbruch bei Industrie und Bauwirtschaft.

Frühindikator West: >>Tabelle und Grafik

Konjunkturbarometer Ost: >>Tabellen und Grafik

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