Handelsblatt-Frühindikator stagniert im Mai
Trübe Aussichten für die deutsche Wirtschaft

Der Irak-Krieg ist vorbei - doch die deutschen Konjunktur-Perspektiven bleiben hartnäckig schlecht, zeigt der Handelsblatt-Frühindikator. Die Wachstumsprognose der Bundesregierung von 0,75 % wird wohl Wunschdenken bleiben.

HB DÜSSELDORF. Alles neu macht der Mai - aber in diesem Jahr gilt das nicht für die deutsche Konjunktur. Die Aussichten für die Wirtschaft bleiben schlecht. Das ist die Botschaft des aktuellen Handelsblatt-Frühindikators. Das Barometer stagnierte im Mai auf dem niedrigen Stand von April bei 0,3 % in gleitender Jahresrate (Definition siehe Kasten). Das von der Bundesregierung für 2003 veranschlagte Wachstum von 0,75 % erscheint damit mehr und mehr als Wunschdenken. Ob diese Zahl erreicht werden kann, sei "mehr als fraglich", betont Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor an der Universität Münster, der den Frühindikator entwickelt hat und ihn monatlich berechnet. "Deutschland dürfte in schwerem Fahrwasser bleiben, zumal der Kapitän derzeit hauptsächlich mit der eigenen Mannschaft kämpft", sagt van Suntum mit Blick auf den innerparteilichen Widerstand in der SPD gegen die Reformpläne von Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Allerdings spiegelt der Frühindikator nur zum Teil die wirtschaftliche Lage nach dem Ende des Irak-Krieges wider. Zwei der fünf in den Indikator einfließenden Komponenten beruhen auf Umfragen, die nach dem 9. April, der Einnahme Bagdads durch die US-Truppen, beendet wurden. Das gilt sowohl für die Umfrage des Ifo-Instituts unter 7 000 Unternehmern als auch für die Befragung von Kapitalmarktexperten durch das ZEW in Mannheim. Die harten Konjunkturdaten - Einzelhandelsumsatz, Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe und Bau-Nachfrage - stammen von Februar.

Besonders trist ist die Lage derzeit in Ostdeutschland: Das Ostbarometer hat sich im Mai dramatisch verschlechtert - vor allem wegen des Einbruchs der Bauproduktion im Februar. "Das könnte jedoch ein Ausrutscher gewesen sein", sagt van Suntum.

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