Handelsblatt-Gespräch mit dem türkischen Außenminister: Gül erwägt Entsendung von Soldaten nach Irak

Handelsblatt-Gespräch mit dem türkischen Außenminister
Gül erwägt Entsendung von Soldaten nach Irak

Der türkische Außenminister Abdullah Gül weist Vorwürfe zurück, sein Land hege Gebietsansprüche im Irak. Gül hält sich allerdings die Option offen, je nach Kriegsverlauf weitere Soldaten in den Irak zu schicken. Gül sagte dem Handelsblatt, die USA würden türkischen Truppen im Irak zustimmen.

ANKARA. Darstellungen, die Türkei wolle sich "diesen oder jenen Teil" des Iraks einverleiben, seien "übertrieben", sagte Gül weiter. Man wolle die territoriale Unversehrtheit des Nachbarlandes bewahren.Die geplante Entsendung von weiteren türkischen Truppen 20 Kilometer weit auf irakisches Gebiet sei allein mit den zu erwartenden Flüchtlingsströmen zu erklären. "Wir wollen, dass die Flüchtlinge im Nordirak bleiben. Deswegen haben wir Zelte für 600 000 Menschen in einer 20 Kilometer tiefen Zone vorbereitet.

Falls notwendig, schicken wir auch unsere Truppen für einen begrenzten Zeitraum hinein", sagte Gül. Dass bereits türkische Soldaten im Nordirak aktiv seien, habe nur symbolischen Charakter. "Man kann das noch nicht als Militärpräsenz bezeichnen", sagte Gül.

Die Drohung der EU, eine Invasion der Türkei in den Irak habe schwere Konsequenzen, nannte Gül "unfair". Die EU habe keinen Grund, die Türkei zu kritisieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%