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'Handelsblatt': Iranischer Vizeminister verläßt Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat

Der iranische Wirtschaftsvizeminister Mohamad-Mehdi Navab-Motlagh scheidet nach einem Pressebericht am 21. Januar 2005 aus dem Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp aus.

dpa-afx DÜSSELDORF. Der iranische Wirtschaftsvizeminister Mohamad-Mehdi Navab-Motlagh scheidet nach einem Pressebericht am 21. Januar 2005 aus dem Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp aus. Auf der Liste der Kandidaten, die als Kapital-Vertreter für die nächsten fünf Jahre in den Aufsichtsrat gewählt werden sollen, tauche Navab nicht mehr auf, schreibt das "Handelsblatt" am Donnerstag. Ein Sprecher des Konzerns wollte den Wahlvorschlag nicht kommentieren. Damit beugt sich Thyssen-Krupp dem Bericht zufolge politischem Druck der USA.

Die US-Administration hatte im Rahmen ihrer verschärften Nahost-Politik Thyssen-Krupp vor zwei Jahren Sanktionen angedroht, falls der Iran seinen Anteil von damals 7,8 Prozent nicht deutlich verringere. Das US-Verteidigungsministerium berief sich damals auf ein schon älteres Anti-Terror-Gesetz, wonach Unternehmen, an denen ein von den USA geächtetes Land mehr als fünf Prozent besitzt, von der Vergabe öffentlicher Aufträge auszuschließen sind.

Im Mai 2003 kaufte Thyssen-Krupp 16,9 Mill. eigene Aktien zum Gesamtpreis von 406 Mill. Euro aus dem Besitz der vom iranischen Staat kontrollierten Ific Holding zurück. Der Anteil des Irans sank dadurch auf 4,5 Prozent. Wie es im Umfeld von Thyssen-Krupp heiße, bestand die US-Administration zusätzlich darauf, dass Navab auch aus dem Aufsichtsrat ausscheidet.

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