Handelsblatt-Serie: Aktie unter der Lupe
BB Medtech bietet viele Aktien in einem Papier

Medizintechnik ist eine Branche, für die in den kommenden Jahren hohe Wachstumschancen prognostiziert werden. Für Anleger gibt es in diesem Bereich eine Alternative zu Fonds und Einzelaktien - das Beteiligungsunternehmen BB Medtech, dessen Papiere auch am Neuen Markt gehandelt werden.

FRANKFURT/M. Das Schweizer Unternehmen BB Medtech AG ist anders als die meisten Unternehmen am Neuen Markt: Es ist ein Beteiligungsunternehmen mit fondsähnlichen Strukturen. Die Aktie zeigte im vergangenen Jahr eine Stabilität, die selbst das Interesse konservativer Anleger wecken kann. Allerdings gibt es kaum Analysten, die den Wert beobachten. Denn das Geschäft von BB Medtech ist es, selbst den Markt für Medizintechnologie zu analysieren und entsprechend zu investieren.

Da überrascht es, dass mit der DZ-Bank ein Bankhaus die Aktie trotzdem unter die Lupe genommen und gleich eine Kaufempfehlung ausgesprochen hat. "Ein professionelles Portfolio-Management gewährleistet ein hochwertiges Stockpicking im globalen Medizintechnikumfeld", heißt es in der Studie.

Die Investitionen von BB Medtech konzentrieren sich nahezu vollständig auf die USA. So stammen die drei Kernbeteiligungen Nobel Biocare (45,7 % Anteil am Portfolio), Sythes-Stratec (13,6 %) und St. Jude Medical (9,5 %) aus Amerika. Dazu kommt noch ein Großteil der kleineren Beteiligungen mit insgesamt 23,2 %. Nur ein Investment stammt aus Europa: die Schweizer Actelion.

Vier Gründe gibt es laut Unternehmenssprecher Edwin van der Geest für Investments in US-Medtech-Gesellschaften: "Erstens gibt es dort mehr Forschungsgelder, zweitens ist der Markt für Venture Capital sehr stark entwickelt, drittens gibt es dort eine ausgeprägte Unternehmerkultur und damit weniger Angst vor Misserfolg und viertens gibt es um Boston herum eine besonders innovative Medtech-Region". Alles Dinge, die van der Geest in Europa noch vermisst, wo er aktuell aber Ansätze zur Besserung sieht. "In fünf bis zehn Jahren werden wir sicherlich auch etliche europäische Firmen im Portfolio haben", sagt er. 8 % seines Portfolios, das zum 30. September 2001 einen Wert von 312 Mill. Schweizer Franken hatte, besteht bei BB Medtech derzeit aus flüssigen Mitteln. Sollte sich eine günstige Gelegenheit ergeben, wollen die Schweizer diese Quote reduzieren.

Dann will das Management auch wieder die Rolle des "aktiven Investors" spielen und im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds ein wesentliches Wort bei Entscheidungen mitsprechen. Das geschah bei der größten Beteiligung Nobel Biocare, als BB Medtech nach einem plötzlichem Managementwechsel aktiven Einfluss auf das operative Geschäft nahm.

Investieren sollten laut DZ-Bank derzeit auch die Anleger in die Aktie von BB Medtech. Der Medizintechnik-Sektor habe gute Wachstums- und Profitabilitätsaussichten, heißt es. Zudem sei die Aktie günstig bewertet. Als Indiz dafür dient der so genannte Innere Wert. Der gibt den Börsenwert des Beteiligungsportfolios je Anteilsschein an, der dann mit dem aktuellen Aktienkurs der BB Medtech-Aktie verglichen wird. Bei 18,20 Euro liegt derzeit der innere Wert, während die Aktie lediglich etwa 17 Euro kostet.

Das Verhältnis war nicht immer so günstig. Während des Börsenbooms im Jahr 2000 lag der Aktienkurs zeitweise 40 % über dem Inneren Wert. "Institutionelle Anleger haben da natürlich verkauft", sagt van der Geest. Im Moment steigen die Großen seinen Aussagen zu Folge wieder ein.

Aktuelle Informationen zum Verhältnis Aktienkurs - Innerer Wert bietet BB Medtech online.

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