Handelsblatt-Serie: Wertentwicklungsanalyse europäischer Rentenfonds
Forint-Anleihen gelten als erste Wahl

Konzentration auf Anleihen von EU-Beitrittskandidaten: Das ist das Erfolgsrezept von Michael Krautzberger.

HB/vwd FRANKFURT/M. Er betreut den UniEuroAspirant der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörigen Union Investment. Dieser Fonds führt mit einem Wertgewinn von 16,16 % die Jahresbilanz 2001 der europäischen Rentenfonds an.

Im Schnitt 55 % der Mittel hatte Michael Krautzberger laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr in Anlagen osteuropäischer EU-Beitrittskandidaten investiert. Die Kapitalmarktrenditen dieser Länder, allen voran Polen, näherten sich ihm zufolge auf ihrem Weg in die EU dem niedrigeren Zinsniveau Eurolands weiter an ("Konvergenz"). Das habe zu Kursgewinnen vor allem ihrer auf lokale Währung lautenden Anleihen geführt.

Auch in diesem Jahr sollten Krautzberger zufolge die Rentenmärkte der östlichen EU-Aspiranten wieder gute Chancen bieten. Deshalb habe er hier auch jetzt noch die Hälfte der Gelder investiert. Er rechne mit einer Fortsetzung der Zinskonvergenz. Gewechselt hätte lediglich sein Favorit. Nach Polen im Vorjahr traue er nun Ungarn die beste Entwicklung zu, weshalb er sein rund 18-prozentiges Engagement in Forint-Anleihen noch etwas ausbauen wolle. Er fügt hinzu, auch der polnische Rentenmarkt, wo er derzeit mit rund 19 % investiert sei, dürfte sich weiter gut entwickeln.

Platz zwei belegt mit einem Plus von 12,64 % der ebenfalls stark in osteuropäische Anleihen lokaler Währung investierende Oppenheim Extra Portfolio. Auf den Osteuropablock entfielen jetzt 40 % der Gelder, sagt Fondsmanager Achim Walde von der Investmentgesellschaft des Bankhauses Oppenheim. Er favorisiert nach seiner Darstellung ebenfalls Forint-Anleihen, in denen rund 14 % der Fondsmittel angelegt seien. Wegen der guten Wirtschaftsdaten Ungarns denke er über eine weitere Aufstockung nach. Ebenfalls 14 % steckten in polnischen Zloty-Anleihen.

Allein 35 % der Gelder habe er im Euroraum angelegt. Innerhalb der Eurozone setze er vor allem auf Staatstitel mit längeren Laufzeitenbereich, weil er bis zur Jahresmitte mit seitwärts laufenden bis leicht fallenden Renditen rechne. Eher "währungsmotiviert" sei sein rund neunprozentiges Engagement in Schweden, das er erst kürzlich deutlich ausgebaut habe und vielleicht noch weiter erhöhen wolle. "Die Schweden-Krone, die Ende 2001 ein klares Kaufsignal gegeben hat, dürfte in den nächsten Monaten deutlich gegenüber dem Euro aufwerten", erklärt der Fondsmanager.

Die folgende Übersicht zeigt die besten Fonds des Jahres 2001: Tabelle

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