Handelsblatt Serie: Wertentwicklungsanalyse Osteuropa-Fonds
Auf Moskaus Börse ruhen große Hoffnungen

Die russische Börse erfreute die Anleger schon im vergangenen Jahr mit exzellenten Gewinnen. Eine Neuauflage dieser hervorragenden Bilanz steht ins Haus - glauben Experten. Sie setzen insbesondere auf Versorgertitel wie Unified Energy Systems.

HB FRANKFURT/M. Die Liberalisierung der osteuropäischen Strom- und Gasmärkte wird in diesem Jahr im Blickfeld der Fondsmanager stehen. Das glaubt Stefan Böttcher von der bankenunabhängigen britischen Anlagegesellschaft Charlemagne Capital. Versorger profitierten von den im Zuge der Liberalisierung steigenden Gas- und Strompreisen und vom Aufbrechen der ehemals verkrusteten Strukturen. Ölwerte seien nicht mehr so preiswert wie früher. Böttcher managt den Osteuropa-Fonds Magna Europa, der mit einem Wertgewinn von 28,09 % die Jahresbilanz 2001 der 56 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Osteuropa anführt (Tabelle).

Böttcher findet Russland in diesem Jahr besonders attraktiv. Er erwarte sowohl wirtschaftlich als auch politisch eine weiter gute Entwicklung. Anzeichen dafür böten beispielsweise die Rentenmärkte. Seit Russland seine Unterstützung für die USA im "Krieg gegen den Terror" zugesagt habe, seien die Renditeaufschläge russischer Bonds gegenüber denen der Industrieländer deutlich gefallen.

Aktien des russischen Ölunternehmens Lukoil, die sich im vergangenen Jahr nicht so gut wie der Gesamtmarkt entwickelt hätten, seien nur mit 2 % im Fonds berücksichtigt, im Osteuropaindex dagegen mit 13 %. Im Gegensatz dazu seien die Titel des Konkurrenten Yukos mit über 7 % berücksichtigt und damit im Vergleich zum Index übergewichtet. Daneben gehöre der russische Versorger Unified Energy Systems mit einem Fondsanteil von rund 5 % zu den großen Einzelwertten im Portfolio.

Für Fondsmanager Jürgen Kirsch von der britischen Fondsgesellschaft Griffin Capital Management wird 2002 "das Jahr der Emerging Markets". Sie würden von den verbesserten globalen Aussichten besonders profitieren. "Osteuropa ist unter den Emerging Markets die mit Abstand attraktivste Region", sagt Kirsch, der für den Griffin Eastern European Fund verantwortlich ist. Der Fonds kommt mit einem Plus von 26,03 % auf Platz zwei.

Russische Aktien seien heute extrem attraktiv, ist auch Kirsch überzeugt. Die Fortschritte des Landes seit 1998 habe man sich noch vor zwei Jahren in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Russische Titel halte er jetzt mit einem Anteil von 50 % im Portfolio, nach etwa 30 bis 35 % noch vor Weihnachten. Die ehemaligen Verlustfirmen kämen langsam in die Gewinnzone und die Preise für Strom und Gas gingen in die Höhe. Deshalb halte er beispielsweise größere Anteile Gazprom und Unified Energy Systems im Depot.

Interessant findet der Aktienexperte außerdem den IT-Sektor in Polen und Bank-, Telekom - und Pharmawerte in Ungarn. Momentan könne er sich in diesen Feldern aber nicht verstärken, da er vollständig investiert sei, bedauert der Fondsmanager, der nach eigenen Angaben vor drei bis vier Monaten noch eine Cash-Position von 30 % hielt.

Die Fonds-Gewinner 2001: >>Tabelle

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