Handelsblatt-Umfrage
Deutsche Manager enttäuscht vom Fernsehduell

"Langweiliges Geplänkel", "nichts Neues", "keine überzeugenden Strategien", "überflüssig": In der deutschen Wirtschaft hinterließ das TV-Duell keinen guten Eindruck. Befragte Manager äußerten sich überwiegend enttäuscht.

HB DÜSSELDORF. Deutsche Manager haben sich überwiegend enttäuscht vom gestrigen Fernseh-Streitgespräch zwischen Schröder und Stoiber gezeigt. "Das TV-Duell war trostlos, enttäuschend und im Grunde überflüssig: Inhaltlich haben die beiden Kontrahenten nichts Neues geboten", meinte Ford-Werke-Chef Rolf Zimmermann im Rahmen einer Handelsblatt-Umfrage. "Mit dieser Vorstellung hat sich keiner der Kandidaten Plunkpunkte in der Wählergunst sichern können."

Befragte Manager kritisierten, dass die Kontrahenten keine Lösungsvorschläge für die drängendsten Wirtschaftsprobleme präsentierten. IBM-Deutschlandchef Erwin Staudt erklärte:"Eine überzeugende Strategie und Vision, wie die deutsche Wirtschaft in zehn Jahren aussehen könnte, habe ich bei beiden vermisst." BASF-Vorstandsvorsitzender Jürgen Strube meinte: "Was wir brauchen, ist ein gut funktionierender, flexibler Arbeitsmarkt, ein klar strukturiertes Steuersystem und neue Impulse für die Bildungslandschaft. Da hätten beide Kontrahenten ruhig konkreter werden können."

Kritik hagelte es von den Managern für das strenge Rede-Reglement während des Streitgesprächs. So bemängelte Bayer-Vorstandschef Werner Wenning, dass aufgrund der Regeln kein direktes Streitgespräch in der Sache zustande kam. "Da waren die nachfolgenden Diskussionen teilweilse spannender." Klaus Franz, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der Adam Opel AG, kritisierte die "sterile OP-Situation", und auch Bernd M. Michael, Europachef der Werbeagentur Grey, stellt den Fernsehmachern ein schlechtes Zeugnis aus: "Stoppuhr-Journalismus erstickte jede Leidenschaft im Keim."

Aus der Sicht der meisten befragten Manager ging das Duell zwischen Kanzler und Kandidat unentschieden aus. "Das war ein klassisches 0:0, bei dem sich zwei Spitzenmannschaften darin übten, den Ball ruhig zu halten", meinte Fritz Vahrenholt, Chef der Repower Systems AG. Doch es gab auch Lob für Stoiber. "Er hat sich besser geschlagen als erwartet", meinte Vural Öger, Chef von Öger-Tours

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