Handelsblatt verschickt Nachrichten aufs Wap-Handy
"Mobile Business" macht Informationen überall verfügbar

Nutzer der Internetplattform Handelsblatt.com können nicht nur per Wap-Handy Nachrichten und Kursinformationen abrufen, selbst die Verwaltung des Anlage-Depots wird künftig möglich sein. Neue Mobilfunktechnik ermöglicht es, dass die Übertragung endlich an Geschwindigkeit gewinnt.

ul/rje/mr DÜSSELDORF. Das Mobiltelefon entwickelt sich zum transportablen Wunderding. Das jedenfalls versprechen Gerätehersteller und Telekomgesellschaften. Mit Hilfe der Wap-Technologie soll der Nutzer schon heute einen mobilen Zugang zu wichtigen Informationsquellen erhalten.

Mehr zum Thema Mobile Business im Mobile-Special von Handelsblatt.com

Wap ("Wireless Application Protocol") bezeichnet ein einheitliches Übertragungsprotokoll für Hard- und Softwarehersteller sowie für Telekomgesellschaften. Dieser Standard ermöglicht den kabellosen Endgeräten, per Funk auf spezielle Internetangebote zuzugreifen. Diese liegen auf so genannten Wap-Portalen und werden speziell für die Displays der kleinen Endgeräte gestaltet.

Das Wap-Handy entwickelt sich, so schätzen die beiden Mobilfunk-Marktführer T-Mobil und D-2 Mannesmann, zum "mobilen Terminal . Noch hakt und ruckelt es jedoch gewaltig. Der Abruf eines Wetterdienstes über Wap kann mehrere Minuten dauern - bei einer Abrechung nach Zeiteinheiten ein teurer Spaß.

Die Wap-Technologie verfüge noch nicht über die entsprechende Geschwindigkeit, sind sich Experten und Kunden einig. Einen Schub für das mobile Internet erwartet der Bremer Professor für Informatik Edgar Einemann dagegen von den UMTS-Mobilfunknetzen, die mit hohen Übertragungsraten den komfortablen Internetzugriff über die mobilen Kommunikationsgeräte ermöglichen sollen.

Bevor UMTS Ende 2002 startet, soll das GPRS-Verfahren der langsamen Wap-Technik erst einmal Beine machen: Die "General Packet Radio Services" werden das bisherige digitale Mobilfunknetz GSM (Global System for Mobile Communication) mit rund 115 kbit pro Sekunde auf nahezu doppelte ISDN-Geschwindigkeiten beschleunigen.

T-Mobil testet GPRS seit Sommer in einem Feldversuch mit 1 500 Kunden. Die Vermarktung soll noch in diesem Jahr starten. Das Netz wird mit einer Übertragungsrate von 48 kbit/s starten und bis auf Raten von 100 kbit/s ausgebaut werden. Da nur die übertragenen Daten abgerechnet werden, kann ein GPRS-Handy immer empfangsbereit sein.

Nicht nur die Technik für einen Ausbau der mobilen Dienste ist inzwischen vorhanden, Marktforscher glauben außerdem, einen Markt zu erkennen. Einer Studie der Londoner Firma Analysys.com zufolge werden im Jahr 2005 rund die Hälfte der bis dahin erwarteten 1,1 Mrd. Handynutzer auch mobile Internetdienste und mobile Internet-Portale nutzen. Allein in Europa würden bis dahin rund 70 % aller Mobilfunknutzer Daten über ihr Handy abrufen.

Depotverwaltung und Kurse per Mobilfunk Den Anbietern solcher Dienste sollen dadurch Werbeeinnahmen von über 1 Mrd. $ beschert werden. Grund genug für viele etablierte Unternehmen und zahlreiche Start-ups, sich auf diesen Markt zu stürzen. So teilen sich neben T-Mobil und D2 Mannesmann Viag Interkom und E-Plus den Markt der Netzbetreiber für Wap. Start-ups wie Wapme oder Wap-de bieten Portalservice an, und fast täglich drängen neue Anbieter in das Geschäft mit den mobilen Daten. Besonders die Finanzdienstleister wittern ihre Chance. So bietet die Multichart GmbH, ein Spezialist für Börseninformationssysteme, ein weiter entwickeltes Börseninformationssystem per Short Message System (SMS). Dabei werden im Internet Wertpapierlisten und Indizes definiert und Uhrzeiten festgelegt, zu denen aktuelle Börseninformationen auf das Handy geschickt werden. Nach eigenen Angaben präsentiert Multichart damit die erste Anwendung für die neue GPRS-Mobilfunktechnik. Der Anwender wählt selbst einen Zeitabstand für die Aktualisierung und bekommt dann regelmäßig Realtime-Kurse und aktuelle Charts auf sein Handy gesendet. Auch die Onlinebroker entwickeln derzeit Angebote, die nahezu das gesamte Spektrum ihrer Dienstleistungen auf dem Handy verfügbar machen sollen.

Das Handelsblatt bietet seinen Lesern unter http://wap.handelsblatt.com einen umfangreichen und aktuellen Nachrichtenservice aus den Bereichen der Unternehmen und Märkte, Wirtschaft und Politik sowie der inländischen und ausländischen Börsen. Die Entwicklung der wichtigsten Indizes sind unter "Marktdaten abrufbar. Über die Eingabe der Wertpapierkennnummer (WKN) lassen sich Aktienkurse abfragen. Bald können Handelsblatt-Leser zudem ihr Depot abrufen und sich Einzelwerte und Charts anzeigen lassen.

DER WAP-ZUGANG BEI HANDELSBLATT.COM. Handelsblatt-Leser, die das mobile Handelsblatt.com über ihr Mobiltelefon nutzen wollen, geben die Adresse http://wap.handelsblatt.com auf ihrem Handy, Palmpilot oder PDA ein. Damit das Endgerät mit dem Wap-Gateway kommunizieren kann, muss zunächst ein Netzzugang eingerichet werden. Zurzeit stehen die Netzbetreiber D2 Mannesmann, T-Mobil, E-Plus und Viag Interkom zur Verfügung. Die Konfiguration des Netzzugangs ist bei den einzelnen Netzbetreibern unterschiedlich.

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