Handelsende
Dax und Nemax schließen schwächer

Die Titel von Telekom und Allianz belasteten den Standardwerte-Index, am Neuen Markt brachen Kinowelt ein.

Reuters FRANKFURT. Kursverluste bei den Aktien der Deutschen Telekom und Allianz haben am Mittwoch den deutschen Aktienmarkt belastet. Nach einem zunächst lust- und richtungslosen Handel rutschte das Börsenbarometer im Sog nachgebender US-Börsen stärker in die Verlustzone. "Wir folgen den USA ohne eigene Impulse", sagte ein Händler mit Blick auf die dünne Nachrichtenlage. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,8 % auf 6192 Punkten. Am Neuen Markt gerieten die Wachstumswerte ebenfalls unter Druck. Der Nemax-All-Share-Index gab um 0,9 % auf 1756 Punkte nach.

Seit Tagen schon verharre der Dax in einer Spanne zwischen 6000 und 6300 Punkten, sagte ein Analyst. "Solange wir charttechnisch nicht nach oben oder unten ausbrechen und es keine deutlichen Impulse seitens der Unternehmen gibt, werden hier wahllos weiter intraday Titel rausgegriffen."

Die US-Börsen notierten bei Börsenschluss Frankfurt im Minus. Der technologielastige Nasdaq-Index gab um 0,1 % auf 2232 Zähler nach, der Industriewerte-Index Dow Jones notierte 0,6 % schwächer bei 11 112 Punkten. Ergebniswarnungen des Finanzdienstleisters J.P.Morgan Chase und des Computerherstellers Hewlett-Packard hätten dabei insbesondere die Standardwerte belastet, sagten Händler. Bei den Technologiewerten gebe es weiter Zurückhaltung vor den Bilanzen, sagte George Rodriguez, Leiter des Aktienhandels bei der Investmentbank Guzman & Co.

Im Dax gehörten die Aktien der Deutschen Telekom zu den größten Verlierern. Sie gaben um 5,2 % auf 23,30 Euro nach. Ehemalige VoiceStream-Aktionäre, die im Rahmen der Übernahme Telekom-Aktien erhalten hätten, würden diese verkaufen, sagte ein Händler zur Begründung.

Die Titel von Infineon fielen um 2,5 % auf 39,30 Euro. Experten sagten, zum einen belasteten die gedämpften Erwartungen des US-Computer- und Druckerherstellers Hewlett-Packard für das dritte Quartal. Zum anderen drücke die Nachricht vom Vortag, dass der Infineon Aktien in den USA platzieren wolle, nachhaltig auf den Kurs.

Die Aktien der Allianz fielen um 1,9 % auf 346,80 Euro. Händler führten die Entwicklung auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem die Aktie in der vergangenen Woche rund elf Prozent an Wert gewonnen hatte.

Unter Druck gerieten auch die Aktien von ThyssenKrupp, die um 2,6 % auf 17,11 Euro nachgaben. Börsianer führten den Kursabschlag darauf zurück, dass US-Präsident George W. Bush derzeit die Möglichkeit einer Beschränkung von Stahlimporten in die USA untersuchen lasse. Eine solche Beschränkung würde Stahlimporte in die Eurozone verstärken und so den Preis für Stahl drücken, sagten Analysten.

Favorit des Tages waren die Titel der Lufthansa mit einem Kurszuwachs von 1,6 % auf 22,05 Euro. "Man hört wenig aus dem Unternehmen, die Piloten beschweren sich nicht mehr, das Management beschwert sich nicht mehr über die Piloten. Es bahnt sich möglicherweise eine Lösung an", sagte ein Händler mit Blick auf den Tarifstreit bei der Fluggesellschaft.

Am Neuen Markt brachen die Titel von Kinowelt um 9,3 % auf 3,61 Euro ein, nachdem sie zuvor ein neues Allzeittief bei 3,50 Euro markiert hatten. Händler führten die Entwicklung auf die allgemeine Schwäche der Medienwerte zurück. Der Nemax Media-Index fiel um 2,7 %. Außerdem hat das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BaWe) eine förmliche Untersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel bei Kinowelt eingeleitet.

Das Nebenwertesegment MDax kaum verändert bei 4762 Punkten.



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