Handelskammer feiert 100 Jahre Bestehen
Chronik: Angespanntes Jubiläum

Die amerikanische Handelskammer feiert ihr hundertjähriges Bestehen. Eine Chronik deutsch-amerikanischer Handelsbeziehungen.

Gründung: Am 29. Januar 1903 treffen sich im Berliner Restaurant Rüdesheimer amerikanische Geschäftsleute. Sie gründen die "American Chamber of Commerce in Germany". Sie soll die US- Geschäftsinteressen in Deutschland wahrnehmen. Gründungs- mitglieder sind 100 Personen und Unternehmen, die es sich vor allem zum Ziel machen, eine Senkung der Steuern und Tarife auf US-Importe durchzusetzen.

Zwischen den Kriegen: Bevor die USA in den Krieg eintreten, versucht die Kammer auf diplomatischen Kanälen die Spannungen zu entkrampfen - ohne Erfolg. Sie stellt ihre Arbeit ein und nimmt sie erst in der Weimarer Republik wieder auf, indem sie zum Beispiel 1926 in Bremen die Eröffnung des ersten Woolworth-Geschäftes vorbereitet und in Köln an der Grundsteinlegung der Ford - Werke teilnimmt.

Funkstille: Die deutsche Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten beendet alle Handelsaktivitäten. Der Kammerpräsident Louis Lochner wird interniert und später gegen zwei in Amerika verhaftete Deutsche ausgetauscht. Vizepräsident Heinrich Richter erhält die Vollmacht über den Besitz von GM in Deutschland. Er wird 1945 von Russen verhaftet und stirbt in Sibirien. Nach dem Krieg degradieren die Besatzungsmächte Deutschland zum Exporteur von Rohstoffen.

Neustart: Nach der spektakulären Luftbrücke, mit der Briten und Amerikaner Berlin versorgen, wird auch die Kammer wieder ins Leben gerufen. An der Zeremonie zur Gründung nimmt der amtierende Bürgermeister Ernst Reuter teil. Doch Berlin wird für die Kammer zum problematischen Sitz, Frankfurt wäre günstiger. Dort entsteht eine Konkurrenzorganisation, was für Verwirrung sorgt. Schließlich wird klargestellt, dass der Sitz Berlin bleibt, die Kammergeschäfte aber von Frankfurt aus geführt werden.

Kampf gegen Mitbestimmung: 1969 beschließt die Kammer, zunächst die deutschen Mitbestimmungsgesetze zu tolerieren, obwohl sie Interessen amerikanischer Unternehmen bedroht sieht. Vier Jahre später ist der Beschluss vergessen: Die Kammer untersucht offiziell, ob die Gesetze mit dem deutsch- amerikanischen Handelsabkommen im Einklang stehen. Kanzler Schmidt wirft ihr "Einmischung" vor.

Angespanntes Jubiläum: Der 100. Geburtstag der Kammer fällt in eine Phase angespannter deutsch- amerikanischer Beziehungen. Dabei belastet nicht nur der Irak-Krieg die Partnerschaft. Kammerpräsident Fred Irwin (Foto) prangert auch die Unfähigkeit der deutschen Regierung an, ihr Steuersystem zu reformieren und damit verbundene Hemmnisse für Investoren abzubauen. Er sieht sich in seiner Kritik durch das Verschieben der Steuerreform bestätigt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%