Handelskonzern drohen 300 Millionen Mark Verlust
Spar trennt sich von Kodi-Märkten

Die finanziell angeschlagene Handels-AG verabschiedet sich aus dem Non-Food-Geschäft. Käufer ist die Meridian Immobilien- und Verwaltungs GmbH.

beu HAMBURG. Die finanziell angeschlagene Spar Handels-AG, Schenefeld, verabschiedet sich aus dem Non-Food-Geschäft. Wie das Unternehmen mitteilt, trennt sich Spar zum 1. Januar 2002 von der Kodi Diskontläden GmbH, Oberhausen, zu einem nicht genannten Preis. Käufer ist die Meridian Immobilien- und Verwaltungs GmbH, Leipzig.

Der Non-Food-Discounter Kodi betreibt gegenwärtig 111 Filialen mit regionalem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen sowie einem Dienstleistungszentrum in Oberhause. Die 350 Mitarbeiter werden übernommen. Kodi wird in diesem Jahr mit einem Verlust in einstelliger Millionenhöhe abschließen.

Spar verfolgt mit dieser Trennung das Ziel, sich ausschließlich auf den Groß- und Außenhandel mit Lebensmitteln zu konzentrieren, betont der Konzern.

Operativer Verlust von 153 Mill. DM

Die Trennung von Kodi geschieht vor dem Hintergrund, dass Spar im ersten Halbjahr 2001 einen operativen Verlust von 153 Mill. DM ausgewiesen hat, nach minus 202 Mill. DM im Gesamtjahr 2002. Tatsächlich bewegt sich die mehrheitlich zur französischen ITM Entreprises S.A. gehörende Spar auf dünnem Eis. Fritz Amman, 58, der den Spar-Vorstandvorsitz im Juli übernommen hatte, sieht für das zweite Halbjahr bei Spar nur eine Verbesserung in "homöopatischer Größe", was heißt, dass der operative Verlust des Gesamtjahres zwischen 250 und 300 Mill. DM liegt.

Ende Januar will Amman die Entscheidung über die Zukunft der 390 Eurospar-Märkte treffen. Dabei geht es darum, welche Märkte von Eurospar zu Intermarché umgerüstet werden, welche unter Eurospar bleiben oder an Dritte innerhalb der Spar-Gruppe verkauft werden - vorzugsweise unter der Marke Netto. Die letzte Möglichkeit, um der Schließung zu entgehen, ist die Veräußerung an außenstehende Dritte.

Am 27. Dezember will das Landgericht Hamburg eine Entscheidung treffen im Rechtsstreit zwischen drei ehemaligen Top-Managern der Spar AG-Handels und dem Konzern. Das langjährige Vorstandsmitglied Bernd Bonnet, der seit Oktober 2000 arbeitende Vertriebsvorstand Thomas Weiß und Personalvorstand Bernhard Wilken klagen gegen ihre fristlose Kündigung im Juli dieses Jahres. Sie hatten nach eigenen Angaben am 11. Juli 2001 ihre Vorstandsmandate niedergelegt, weil sie anderenfalls Insolvenz hätten beantragen müssen. Bis zur Jahresmitte waren laut Auskunft der Top-Manager bereits 300 Mill. DM Verlust entstanden. Die um Hilfe gebetene ITM habe bis Ende Juni 200 Mill. DM eingeschossen. Die verbleibenden 100 Mill. DM Verlust hätten die Spar gefährdet. Ammann bestreitet die Stichhaltigkeit der Argumente. ITM habe die Mittel stets bereitgestellt.

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