Handelskonzern hält an Wachstumszielen fest
Metro setzt weiter auf starkes Auslandsgeschäft

Der weltweit fünftgrößte Handelskonzern Metro hält trotz der Konsumflaute im Heimatmarkt an seinen Wachstumszielen für 2003 fest. Die entscheidenden Impulse sollen auch in diesem Jahr aus der starken Auslandspräsenz kommen. Positive Effekte erhofft sich der Düsseldorfer Handelsriese aber auch von den längeren Ladenöffnungszeiten in Deutschland.

Reuters DÜSSELDORF. "Wir bekräftigen unsere für 2003 abgegebene Prognose, den Konzernumsatz vor Wechselkurseffekten um rund fünf Prozent und das Ergebnis je Aktie (EPS) um sechs bis 10 % zu steigern", sagte Metro-Vorstandschef Hans-Joachim Körber auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Düsseldorf. Angesichts der bisherigen Geschäftsentwicklung erscheine die Prognose eher konservativ, betonte Körber. Er ließ aber offen, ob er dies auf den Umsatz oder das EPS bezog. "Wir werden aus der gegenwärtigen Krise des deutschen Einzelhandels gestärkt hervorgehen", versprach Körber den Aktionären. Metro werde die internationale Expansionsstrategie 2003 fortsetzen und wie geplant rund zwei Mrd. ? investieren.

Möglicherweise werde es auch zum in der Vergangenheit verschobenen Verkauf der Immobilien kommen. Metro verhandele darüber mit zwei Konsortien, werde die Immobilien aber nur abstoßen, wenn die Preisvorstellungen des Konzerns erfüllt würden. Aktionärsvertreter begrüßten den Kurs Körbers und äußerten Kritik nur in Details.

Ein Schwerpunkt solle auf den Ausbau der internationalen Präsenz bei den besonders ertragsstarken Vertriebslinien Metro Cash & Carry (Großhandel) sowie Media Markt/Saturn gesetzt werden, betonte Körber. So plane Metro Cash & Carry noch in diesem Jahr den Markteintritt in Indien und der Ukraine.

Die auch durch Aufsehen erregende Werbeslogans bekannten und ertragsstarken Elektronikfachmärkte Saturn ("Geiz ist Geil") und Media Markt sollen 2003 voraussichtlich 45 weitere Geschäfte eröffnen. Zugleich treffe Metro weiter Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang der Märkte, der derzeit aber nicht auf der Tagesordnung stehe. Metro wolle aber sicherstellen, dass es einen Börsengang geben könne, "wenn wir das wollen".

Der Metro-Konzern war dank seiner starken Großhandelssparte und guten Ergebnissen bei den Elektronikfachmärkten mit einem kräftigen operativen Gewinnanstieg und einem Umsatzplus ins Jahr gestartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte im ersten Quartal auf 22,2 Mill. ?, nachdem Metro im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch einen Verlust von 5,9 Mill. ? verzeichnet hatte. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten auf 12,1 (Vorjahr: 11,8) Mrd. ?, wobei das umsatzstarke Ostergeschäft anders als 2002 nicht ins erste Quartal fiel. Analysten hatten nur die Parktiker-Baumärkte und die Extra-Märkte als "Problemkinder" bezeichnet. Körber unterstrich aber erneut, dass hier Restrukturierungen eingeleitet worden seien. Praktiker sei bereits wieder "richtig positioniert". Die Baumärkte seien die Nummer Zwei in Deutschland und verfügten über ein sehr gutes Auslandsgeschäft.

Positive Impulse erhoffe sich Metro auch von der beschlossenen Reform des Ladenschlussgesetzes in Deutschland, sagte Körber weiter. Die Novellierung sei schon lange überfällig gewesen. Endlich erhalte der deutsche Einzelhandel die Freiheiten, die bei den europäischen Nachbarn schon lange eine Selbstverständlichkeit seien. In Deutschland dürfen die Geschäfte ab Juni - wie an Wochentagen schon üblich - nun auch am Samstag bis 20 Uhr geöffnet bleiben. Längere Öffnungszeiten an Samstagen seien gut für das Konsumklima, sagte Körber. Die Gewerkschaften dürften diese Effekte aber nicht durch "überzogene, wirtschaftlich unvertretbare Forderungen zunichte machen", mahnte er. Die Gewerkschaft Verdi trifft im Tarifkonflikt des Einzelhandels in mehreren Tarifbezirken derzeit Vorbereitungen für Streiks.

Kritische Fragen stellten Vertreter von Kleinaktionären mit Blick auf die Divaco, in der die Metro nicht mehr zum Kerngeschäft gehörende Aktivitäten gebündelt hatte. Die Divaco drohe zum "Verschiebebahnhof für Landehüter" zu verkommen, sagte eine Aktionärsvertreterin. Körber sagte erneut, die Aktivitäten sollten veräußert werden, sobald der Markt dies ermögliche.

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