Handelskonzern will mit dem Deal bis zu vier Milliarden Euro einnehmen
Immobilien-Verkauf: Die Metro macht Kasse

In den nächsten Tagen wird einer der größten deutschen Immobiliendeals über die Bühne gehen: Die Metro verkauft für drei bis vier Mrd. Euro ihr Einzelhandelsimperium.

HB/beu/lip HAMBURG. In den nächsten Tagen wird einer der größten deutschen Immobiliendeals über die Bühne gehen: Die Metro verkauft für drei bis vier Mrd. Euro ihr Einzelhandelsimperium. Das Volumen entspricht dem Verkauf der 114 000 Eisenbahnerwohnungen, für die der Bund vor zwei Jahren 3,88 Mrd. Euro kassierte. Der Kaufvertrag soll Anfang November unterschrieben werden. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Die Beteiligten lehnten einen offiziellen Kommentar ab. "Zu laufenden Prozessen äußern wir uns grundsätzlich nicht", hieß es bei Metro.

An den insgesamt 357 Gebäuden und Grundstücken interessiert sind die US-Fondsgesellschaften Blackstone und General Electric Capital sowie die Investmentbanken Morgan Stanley und Merrill Lynch. Anschließend will die Metro ihre Immobilien wieder zurückmieten (Sale-and-lease-back-Verfahren).

Aus dem Immobiliendeal dürfte Deutschlands größtem Handelskonzern ein außerordentlicher Ertrag zwischen 500 Mill. und 700 Mill. Euro zufließen. Mit dem Geld sollen nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen Verluste der Metro-Tochter Divaco ausgeglichen werden. Unter dem Divaco-Dach sind Metro-Beteiligungen wie der PC-Hersteller Maxdata und die Computerkette Vobis gebündelt.

Offen ist, welche Auswirkungen der Verkauf auf das Metro-Ergebnis 2002 haben wird. Vorstandschef Hans-Joachim Körber könnte sich bereits am nächsten Donnerstag zu dieser Frage äußern. Dann legt die Metro ihre Zahlen für das dritte Quartal vor. 2001 erzielte der Konzern bei knapp 50 Mrd. Euro Umsatz einen Jahresüberschuss von 449 Mill Euro.

Analysten bewerteten den bevorstehenden Deal skeptisch. Die Transaktion sei kaum nachzuvollziehen, sagte Joachim Bernsdorff, Analyst bei der Fortis Investment- Bank. "Damit ist das Tafelsilber endgültig weg." Auch Karstadt-Quelle will dem Metro-Vorbild nicht folgen. "Wir betrachten unsere Immobilien als einen wesentlichen Vermögenswert", sagte ein Konzernsprecher.

Quelle: Handelsblatt

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