Handelsplattform Istinet belastet
Reuters streicht 2100 Stellen

Die weltweit schwachen Finanzmärkte haben beim Nachrichten- und Informationskonzern Reuters Group im ersten Quartal 2002 zu einem deutlichen Umsatzrückgang geführt.

Reuters LONDON. In seinem Kerngeschäft erwartet Reuters weiter sinkende Erlöse. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten um sechs Prozent auf 912 Millionen Pfund (rund 1,484 Milliarden Euro) gefallen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Reuters hat zudem die Zahl der geplanten Stellenstreichungen von 1800 auf insgesamt 2100 erhöht. Im Februar hatte die Gruppe, die weltweit insgesamt 18.000 Personen beschäftigt, gemeldet, dass 1000 Angestellte das Unternehmen bereits verlassen hätten. Dadurch seien im Jahr 2001 Einsparungen von 65 Millionen Pfund erzielt worden. Im Jahr 2002 sei eine Steigerung dieses Betrags auf 185 Millionen vorgesehen, hatte es geheißen.

Ohne Einbeziehung der Handelsplattform Instinet, an der Reuters 83 Prozent hält, stiegen die Konzernumsätze um fünf Prozent auf 762 Millionen Pfund. Firmenchef Tom Glocer erklärte, die Zahlen lägen im Rahmen der Erwartungen.

"Unsere Quartalserlöse spiegeln die Entwicklung in den Reuters-Kundensegmenten im Rahmen unserer Erwartungen sowie der deutlich gesunkenen Erlöse von Instinet wider", sagte Glocer.

Die Einnahmen auf Subskriptionsbasis - Festgebühren für die Reuters-Terminals - sanken im ersten Quartal bereinigt um das Geschäft des übernommenen Konkurrenten Bridge um ein Prozent.

Für 2002 insgesamt erwartet Reuters unter anderem durch die Übernahme von Bridge eine Steigerung der Subskriptions-Umsätze. Auf bereinigter Basis werde hier allerdings wie bereits angekündigt im ersten Halbjahr mit einem Rückgang der Umsatzerlöse um zwei bis drei Prozent gerechnet.

Reuters sieht kurzfristig keine Besserung der schwachen Marktbedingungen, die die Kunden aus dem Bereich Financial-Services belasten. In der zweiten Jahreshälfte dürfte der bereinigte Subskriptions-Umsatz um fünf bis sechs Prozent sinken.

Reuters erzielt einen Großteil seiner Einnahmen von internationalen Finanzgruppen, die in den vergangenen beiden Jahren wegen des Abschwungs an den Finanzmärkten massiv Stellen abgebaut haben. Reuters bekommt solche Veränderungen mit Verzögerungen zu spüren, da mit den Kunden überwiegend Zeitverträge abgeschlossen sind.

Der Konzernumsatz von Reuters lag insgesamt am unteren Ende der Prognosen von Analysten, die im Schnitt einen Umsatz von 920 bis 930 Millionen Pfund erwartet hatte. Bereinigt um Firmenzu- und-verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen sank der Umsatz von Reuters um 13 Prozent.

Vor allem die Handelsplattform Instinet litt unter den weltweit schwachen Aktienmärkten. So seien die durchschnittlichen Tagesumsätze an der Nasdaq im Vergleich zum Vorjahr um 300 Millionen auf 1,8 Milliarden Transaktionen gesunken. Im ersten Quartal verbuchte Instinet einen Umsatzrückgang von 39 Prozent auf 153 Millionen Pfund.

Instinet hat bereits Schritte angekündigt, um aggressiver in den Wettbewerb um Handelsvolumen zu treten. Diese sollen die Handelsaktivitäten an der Nasdaq wachsen lassen und zu einer Verbesserung der Umsätze in der zweiten Jahreshälfte führen.

Reuters hält weiter an dem Ziel fest, die operative Gewinnmarge des Konzerns ohne Berücksichtigung von Instinet in diesem Jahr auf zwölf Prozent von zuvor sieben Prozent zu steigern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%