Handelsschiffbau bleibt: HDW entlässt 750 Mitarbeiter

Handelsschiffbau bleibt
HDW entlässt 750 Mitarbeiter

Die größte deutsche Werft HDW reagiert mit einem drastischem Personalabbau auf die asiatische Billigkonkurrenz. Die Zahl der Mitarbeiter solle bis Mai 2004 um 750 auf 2650 sinken, sagte Werftchef Helmut Burmester am Dienstag. Er begründete den Personalabbau um 22 Prozent mit dramatisch verschlechterten Wettbewerbsbedingungen im Handelsschiffbau, aber auch in Teilen des Marineschiffbaus.

HB/dpa KIEL. Die Kieler HDW hat derzeit rund 3 400 Mitarbeiter, ist im Marine-Schiffbau gut ausgelastet und wird auch nach dem Stellenabbau noch größte deutsche Werft bleiben.

"In Zukunft muss sich HDW auf kleinere, aber komplexe und technisch anspruchsvolle Schiffe im Handels- und Marineschiffbau konzentrieren", sagte Burmester. Er nannte U-Boote, Marine- Überwasserschiffe, kleine Kreuzfahrer, Fähren, Mega-Yachten und Spezialschiffe. Besonders erfolgreich ist HDW (Howaldtswerke Werft-Deutsche AG) mit U-Booten, die mit Wasserstoff-Brennstoffzellen angetrieben werden und schwer zu orten sind. Vor allem die U-Boote sorgen für ein Auftragspolster von noch über 4 Mrd. Euro.

"Der Handelsschiffbau bleibt auch nach dieser Restrukturierung", sagte der erst seit vier Monaten amtierende Werftchef. Vom Begriff der Universalwerft wolle man sich aber trennen. HDW habe zu große Kapazitäten im Stahlbau und müsse kräftig die Kosten senken. Pro Jahr wolle man durch die Umstrukturierung rund 50 Mill. Euro sparen. Die Umstrukturierungskosten bezifferte Burmester auf 30 Mill. Euro. Der Personalabbau soll im September beginnen. Von den 750 Mitarbeitern kommen rund 530 aus dem Überwasserschiffbau, plus 35 Konstrukteure. Der Unterwasserschiffbau ist mit einem Minus von 180 weit weniger betroffen.



"Der Betriebsrat hat professionell reagiert", sagte Burmester. Der Betriebsrat wollte sich zunächst nicht äußern, sondern erst am Mittwoch die Belegschaft informieren. Zuletzt hatte HDW im Mai vergangenen Jahres 250 Kündigungen ausgesprochen, 285 Beschäftigte waren vom Handelsschiffbau in die U-Boot-Sparte übernommen worden.

Werftchef Burmester betonte, die Umstrukturierung stehe nicht im Zusammenhang mit Gerüchten über einen eventuellen Zusammenschluss mit den Thyssen-Krupp-Werften. Es gehe darum, HDW und den Standort Kiel sicherer zu machen und dem Unternehmen alle strategischen Optionen offen zu halten. Die HDW-Gruppe insgesamt beschäftigt 6 500 Mitarbeiter in Deutschland, Griechenland und Schweden. Die Aktienmehrheit an HDW hält die US-Investorengruppe One Equity Partners.

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