Handelsschluss an der Wall Street
Schwache Prognosen drücken die US-Börsen

Mäßige Aussichten für etliche Unternehmen wie zum Beispiel McDonald's drückten die Stimmung. Aber auch die Angst vor einem Krieg im Irak war schlecht für die Kurse.

rtr NEW YORK. Der unerwartete Rückgang der US-Industrieproduktion im August sowie schwache Unternehmensprognosen haben die Kurse an den US-Aktienmärkten am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Die Anleger zweifelten außerdem zunehmend an der Ankündigung des Irak, UNO-Waffeninspektoren wieder ins Land zu lassen, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss um 2,06 % auf 8207,55 Punkte, der Nasdaq-Index rutschte um 1,25 % auf 1259,94 Punkte ab. Der breiter gefasste S&P-Index ging 1,97 % schwächer auf 873,52 Zählern aus dem Markt. Alle drei Indizes hatten im frühen Geschäft noch um rund ein Prozent zugelegt.

"Zu Beginn des Handels ging es kräftig nach oben, aber jetzt gibt es einige Zweifler", sagte Alan Ackerman, Marktstratege bei Fahnestock and Co. Todd Leone, Leiter Aktienhandel bei SG Cowen Securities, fügte hinzu, die Anleger zweifelten an den Ankündigungen des Irak und hielten einen Krieg weiterhin für möglich. "Die Konjunktur ist ein Auslöser, ein anderer die Bilanzen. Dann sind da noch die Situation im Irak und das Ausgabeverhalten der Unternehmen."

Im frühen Geschäft hatte die Börse noch fester tendiert, was Händler auf die Erleichterung der Investoren nach dem irakischen Angebot einer bedingungslosen Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren zurückführten. Die USA kündigten jedoch an, auch nach dem Angebot am Ziel der Entmachtung des irakischen Präsidenten Saddam Hussein festzuhalten.

Händler sagten, die unerwartet schlechte August-Statistik zur US-Industrieproduktion habe mit zu der Trendwende beigetragen. Die Produktion war überraschend um 0,3 % zurückgegangen, während Analysten einen Anstieg von 0,2 % erwartet hatten.

Mehrere schwache Finanzprognosen von Unternehmen trübten außerdem die Stimmung auf dem Börsenparkett. Die US-Schnellrestaurantkette McDonald's senkte kurz vor Börsenbeginn ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr. Die Aktien des Dow-Wertes rutschten zum Schluss um rund 13 % ab auf 18,91 Dollar. Die Aktien des Pharmagroßhändlers D&K Healthcare Resources sackten um 60,2 % auf 9,51 Dollar ab. Das Unternehmen hatte den operativen Gewinnausblick je Aktie für das laufende Quartal gesenkt und dies mit einer schwachen Umsatzentwicklung begründet.

Im Zuge des deutlich gefallenen Ölpreises sanken auch die Aktien des weltgrößten börsennotierten Ölkonzerns Exxon Mobil, die um rund 3,9 % auf 33,07 Dollar nachgaben. Die Ölpreise an den Terminmärkten waren nach der irakischen Ankündigung, UNO-Waffeninspektoren wieder einreisen zu lassen, zeitweise deutlich gefallen.

Unter den Verlierern waren auch die Rüstungswerte. Die Titel von Lockheed Martin verloren rund 2,6 % auf 64,02 Dollar, der Aktienkurs von Northrop Grumman gab rund 3,5 % auf 123,50 Dollar nach.

Die Aktien des Softwareherstellers Oracle büßten im Vorfeld ihres nach Börsenschluss erwarteten Quartalsberichts rund 2,7 % auf 9,03 Dollar ein. Die Investmentbank UBS Warburg hatte zuvor nach Angaben aus Marktkreisen ihre Gewinnprognosen für Oracle für die Jahre 2003 und 2004 zurückgenommen. Die Bank habe ihre Einschätzung mit einer möglicherweise zu erwartenden vorsichtigen Prognose der Oracle-Geschäftsleitung begründet, hieß es in den Kreisen weiter.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,38 Mrd. Aktien den Besitzer. 976 Werte legten zu, 2268 gaben nach, 166 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,45 Mrd. Aktien 1185 im Plus, 2084 im Minus und 27 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 13/32 auf 104-5/32. Sie rentierten mit 3,86 %. Die 30-jährigen Bonds legten 7/32 auf 109-22/32 zu bei einer Rendite von 4,75 %.

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