Handelsschluss
Bayer drückt Dax kräftig in die Tiefe

Die Bayer-Aktie verlor erneut deutlich und zog den Standard-Index in die Tiefe. Zudem lasten Kriegsängste auf dem Markt.

rtr FRANKFURT. Schwache Konjunkturaussichten sowie der freie Fall der Bayer-Aktie haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Mittwoch belastet und zeitweise auf den tiefsten Stand seit fast sieben Jahren gedrückt.

Deutschlands wichtigster Börsen-Index schloss den dritten Tag in Folge im Minus und büßte diesmal 1,4 % auf 2450,2 Punkte ein. Am Montag und Dienstag hatte der Dax zusammen bereits rund sechs Prozent verloren. Zeitweise markierte der Index bei 2433 Zählern sogar den tiefsten Stand seit Mitte März 1996.

Händler sagten, es könne ohne konjunkturelle Besserung in Deutschland keinen nachhaltigen Kursaufschwung geben. In Deutschland stagnierte die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2002 gegenüber dem Vorquartal. Zudem hielten sich Kriegsängste im Markt, ergänzten andere Börsianer. Nach Ansicht des Uno-Chefwaffeninspekteurs Hans Blix ist die volle Kooperation Iraks zur Abrüstung nicht vorhanden. Seit Monaten drohen die USA Irak einen Krieg an, sofern dieser nicht der Abrüstungsforderung der Weltgemeinschaft nachkommen sollte.

Der Nebenwerte-Index MDax büßte 1,1 % auf 2787,3 Punkte ein. Am Neuen Markt fiel der Auswahlindex Nemax50 um 1,7 % auf 325,9 Zähler.

Auch in den USA lagen die Börsen im Minus. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte gab um 0,6 % und die Technologiebörse Nasdaq um 0,9 % nach.

Im Frankfurter Aktienhandel ragten erneut die ungebremsten Kursverluste der Bayer AG heraus, die sich seit Wochenbeginn bereits auf rund ein Drittel des Börsenwertes summieren. Am Mittwoch schlossen Bayer-Titel 5,4 % tiefer bei 11,65 ?. Die Angst der Investoren vor hohen Schadensersatzleistungen im Fall Lipobay seien noch immer dafür verantwortlich, sagten Aktienhändler unisono. Angeblich hat Bayer schon Jahre vor der Rücknahme des Cholesterinsenkers Lipobay vom Markt von dessen möglicherweise tödlichen Nebenwirkungen gewusst. Bayer bestreitet dies.

Auch Thyssen-Krupp-Papiere stürzten um 7,9 % auf 8,05 ? ab. Händler führten die Abschläge weiter auf das in der Vorwoche gesenkte Bonitätsrating der Agentur Standard & Poor's (S&P) zurück.

Trotz schwacher Geschäftszahlen legten Linde-Aktien leicht um 0,04 % auf 25,6 ? zu. Der Mischkonzern hält sich nach einem überraschend starken operativen Gewinnrückgang im vergangenen Jahr angesichts der schwachen Konjunktur für 2003 noch bedeckt. Der Aktienkurs hielt sich Händlern zufolge dennoch stabil, weil die Titel bereits am Dienstag 6,5 % verloren hatten.

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