Handelsschluss
Dax leidet unter schwachen US-Vorgaben

Vor allem die Hochtechnologie-Werte gerieten unter Druck.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben am Donnerstag Händlern zufolge wegen der schwächeren Tendenz der Nasdaq und eines weiterhin ungewissen Ausgangs der US-Präsidentenwahl leichter geschlossen. Besonders die High-Tech-Aktien seien durch die negativen Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq unter Druck geraten, sagten Börsianer. Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete den Handel mit einem Minus von 0,7 % bei 6959,50 Zählern. Die US-Technologiebörse Nasdaq lag am Abend mit mehr als drei Prozent im Minus, der Dow Jones Index tendierte ebenfalls deutlich leichter.

Nach Händlerangaben schichteten Anleger ihre Bestände von Technologiewerten in die als defensiver geltenden Versicherungs-, Banken- und Pharmatitel um. Zusätzlich drücke die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentenwahl in den USA die Stimmung bei den Anlegern. Wegen des unerwartet knappen Ausgangs der Abstimmung am Dienstag in Florida muss dort eine Nachzählung vorgenommen werden. Das Ergebnis in diesem Bundesstaat ist entscheidend dafür, ob der Republikaner George W. Bush oder der Demokrat Al Gore nächster US-Präsident wird.

Die Technologiewerte gehörten am Donnerstag zu den Verlieren im Dax. Ein Händler sagte, diese Aktien seien in den vergangenen Monaten zu stark gewichtet worden. Diese Übergewichtung werde nun abgebaut, ab Ende des Jahres dürften Technologie- und Standardwerte dann wieder parallel laufen. Unter Druck gerieten die Titel von SAP mit einem Minus von 5,2 % auf 223,72 Euro sowie Siemens mit Verlusten von rund drei Prozent auf 135,51 Euro. Epcos büßten 2,5 % auf 93,75 Euro ein. Die Aktien der Deutschen Telekom, die sich anfänglich dem Abwärtstrend der Tech-Werte noch entzogen hatten, gingen mit einem Minus von 3,5 % bei 40,18 Euro aus dem Handel.

Mit Abschlägen von 1,9 % auf 43,46 Euro präsentierten sich nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen die Titel von BASF. Der Chemie- und Pharma-Konzern hatte am Morgen mitgeteilt, im dritten Quartal seinen Betriebsgewinn und den Umsatz gesteigert zu haben. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen sei um 10,4 % auf 765 Mill. Euro gestiegen. Der Umsatz habe sich um 27 % auf 9,196 Mrd. Euro erhöht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt ein höheres Ergebnis, aber einen geringeren Umsatz erwartet. "Die Zahlen waren keine Überraschung, aber auch nicht besonders erbaulich", sagte ein Händler.

Kursgewinne infolge einer Umschichtung von Technologiewerten in die Versicherungswerte verzeichneten Händlern zufolge Münchner Rück und Allianz. Münchner Rück stiegen um 4,8 % auf 391 Euro, während Allianz sich um 1,7 % auf 401,01 Euro verteuerten. Ebenfalls von der Umschichtung profitieren konnten die Pharma- und Bankentitel, sagten Börsianer. Schering legten 1,8 % und Fresenius Medical Care 0,5 % zu. Die Aktien der Deutschen Bank verbesserten sich um 1,4 %, die der HypoVereinsbank um rund ein Prozent. Die mittleren Werte im MDax büßten 0,85 % auf 5026,97 Punkte ein.



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