Handelsschluss
Dax schließt leichter

Die Ungewissheit über den US-Wahlausgang belastete auch die deutschen Werte. Auch die Aktien von Siemens mussten leiden.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standardaktien haben am Mittwoch Händlern zufolge wegen der anhaltenden Ungewissheit über den Ausgang der US-Präsidentenwahl und der Schwäche der Siemens-Aktien leichter geschlossen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab 0,96 % auf 7008,64 Zähler nach. Der Markt sei von großer Unsicherheit geprägt, da immer noch ungewiss sei, wer neuer US-Präsident werde, sagte ein Börsianer. Klarheit werde es wohl erst nach der abgeschlossenen Neuzählung der Wahlstimmen im Bundesstaat Florida geben. Auch von der Wall Street kamen nach Händlerangaben wegen des ungewissen Wahlausgangs keine großen Impulse. Die US-Börsen zeigten sich am Mittwoch uneinheitlich. Der Dow Jones Index notierte am Abend behauptet, die Nasdaq dagegen deutlich schwächer.

Ein Händler sagte, zwar bevorzuge die Börse seiner Ansicht nach den republikanischen Präsidentschaftskandidat George W. Bush. Letztlich entscheidend für die weitere Entwicklung an den Märkten sei aber nicht, ob Bush oder Gore der Gewinner sei, sondern ein Ende der Ungewissheit.

Belastend auf den Gesamtmarkt hätten sich zudem die Kursverluste von Siemens nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen ausgewirkt, sagten Börsianer. Siemens hatte am Mittwoch mit einem Rekordergebnis die hoch gesteckten Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen und vor Sondererlösen aus den Börsengängen der Töchter Epcos und Infineon ist den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 1999/2000 um 81 % auf 3,38 Mrd. Euro gestiegen. Allerdings sei der Ausblick von Siemens "etwas verhalten" gewesen, weswegen die Aktie unter Druck geraten sei, sagten Händler. Die Gesellschaft hatte mitgeteilt, das Wachstum beim Auftragseingang 2000/01 werde nicht mehr so stürmisch ausfallen wie im Vorjahr. Die Siemens-Aktien fielen rund fünf Prozent auf 140,81 Euro.

Unter Herabstufungen und der Kursschwäche der Muttergesellschaft Siemens litten Händlern zufolge die Aktien von Infineon. Sal. Oppenheim hatte die Titel am Mittwoch auf "Halten" von "Akkumulieren" heruntergestuft. Als Grund nannte die Investmentbank eventuelle Schwierigkeiten des Chip-Spezialisten, die unerwartet hohen Ergebnisse des vierten Quartals im laufenden Zyklus zu übertreffen. Morgan Stanley Dean Witter hatte Infineon am Mittwoch ebenfalls auf "Neutral" von "Outperform" zurückgestuft ohne Details zu nennen. Die Aktien gaben um 6,2 % auf 48,25 Euro nach.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten mit einem Plus von 5,1 % auf 34,27 Euro die Aktien von Degussa Hüls. Händler begründeten den Anstieg mit einer großen Kauforder für die Titel und einer technischen Gegenreaktion nach den jüngsten Kursverlusten. Zudem habe sich die am Vortag bekannt gegebene Zusammenarbeit der Gesellschaft mit dem US-Unternehmen MediChem Life Sciences positiv ausgewirkt.

Preussaglegten um 1,5 % auf 38,95 Euro zu, nachdem die Gesellschaft nach eigenen Angaben das Geschäftsjahr 1999/2000 sehr erfolgreich abgeschlossen hat. Für das am 30. September beendete Geschäftsjahr werde ein Außenumsatz von rund 22 Mrd. Euro erwartet. Die Nachricht sei im Markt positiv aufgenommen worden, sagte ein Händler.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax schloss mit einem Plus von 1,46 % bei 5069,82 Punkte.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%