Handelsschluss
Dow sinkt unter 8 000 Punkte

Schwache Ausblicke der Unternehmen, Angst vor einem Krieg: Die Stimmung an den US-Börsen ist arg getrübt. Der Dow-Jones-Index ging mit einem deutlichen Minus aus dem Handel.

rtr NEW YORK. Der deutlich reduzierte Gewinnausblick des weltweit zweitgrößten IT Electronic Data Systems-Dienstleisters (EDS) hat an den US-Börsen am Donnerstag die Ängste der Anleger vor einer erneut schwachen Bilanzsaison verstärkt und die Kurse deutlich gedrückt.

Belastet hätten außerdem Sorgen um die Kosten eines möglichen Angriffs auf den Irak, sagten Händler. Zusätzlich hätten schwache Konjunkturdaten die Stimmung der Anleger getrübt, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss um 2,82 % auf 7942,39 Punkte und damit unter die psychologisch wichtige Marke von 8 000 Zählern. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor 2,85 % auf 1 216,44 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index notierte 3,01 % schwächer bei 843,32 Punkten.

Die bisherigen Vorankündigungen der Unternehmen zum Quartalsverlauf hätten die Investoren negativ überrascht, sagten Analysten. Anstelle der erhofften allmählichen Belebung deute sich nun offenbar eine weitere Abschwächung an. "Die Wirtschaft erholt sich trotz der niedrigen Zinsen nicht richtig", sagte David Briggs, Leiter Aktienhandel bei Federated Investors. "Wir schaffen keine neuen Stellen und können keine guten Bilanzen zeigen."

EDS hatte mitgeteilt, das Unternehmen erwarte für das dritte Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,12 bis 0,15 Dollar. Früheren Schätzungen zufolge war EDS von einem Gewinn je Aktie von 0,74 Dollar ausgegangen. EDS-Aktien brachen um rund 53 % auf 17,20 Dollar ein und waren der größte Verlierer sowie der umsatzstärkste Wert an der New Yorker Börse. Die reduzierte EDS-Prognose zog Herabstufungen der Verbindlichkeiten sowie der Aktien des Unternehmens nach sich.

Die Titel des weltgrößten Computerkonzerns IBM gerieten in den Sog dieses düsteren Ausblicks und verloren rund 6,7 % auf 64,80 Dollar. Mehrere Investmentbanken hatten als Folge der EDS-Nachrichten ihre Prognosen für den IBM-Konzern reduziert, der zugleich Weltmarktführer bei Computerdienstleistungen ist.

Auch die Kurse anderer im Bereich Computerdienstleistungen tätigen Unternehmen wurden durch die EDS-Prognose belastet. Der Aktienkurs des weltweit drittgrößten Computerdienstleisters Computer Services Corp verlor rund 16 % auf 29,50 Dollar. Die Titel von Computerherstellern büßten ebenfalls deutlich ein. Der Kurs von Hewlett-Packard fiel um rund vier Prozent auf 12,85 Dollar, die Titel von Sun Microsystems verloren um rund zehn Prozent auf 2,70 Dollar.

Zusätzlich belasteten Sorgen um die Kosten eines möglichen Krieges gegen Irak den Markt, sagten Händler. Der irakische Außenminister Nadschi Sabri hatte vor den Vereinten Nationen (UNO) erklärt, sein Land verfüge über keine Massenvernichtungswaffen. Anders lautende Vorwürfe seien von den USA frei erfunden, um einen Angriff gegen Irak zu rechtfertigen. "Jetzt rasselt die andere Seite mit den Säbeln", sagte Dan McMahon, Händler bei CIBC World Markets.

Auch die am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturdaten hätten die Stimmung getrübt, sagten Händler. Das US-Handelsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Zahl der Wohnbaubeginne sei im August auf 1,609 Mill. Einheiten gesunken, verglichen mit revidiert 1,645 Mill. im Vormonat. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt für den Berichtsmonat aufs Jahr hochgerechnet 1,674 Mill. Einheiten vorausgesagt. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe war nicht so deutlich wie von Volkswirten erwartet gesunken.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,49 Mrd. Aktien den Besitzer. 748 Werte legten zu, 2513 gaben nach, 164 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,50 Mrd. Aktien 1013 im Plus, 2444 im Minus und vier unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 18/32 auf 104-29/32. Sie rentierten mit 3,77 %. Die 30-jährigen Bonds legten 20/32 auf 110-11/32 zu bei einer Rendite von 4,71 %.

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