Handelsschluss
Europäische Börsen schwankend, aber freundlich

Die freundliche Wall Street half auch den Aktienkursen in Europa auf die Füße. Der Handel war sehr volatil.

Reuters FRANKFURT. Europas Aktienbörsen haben am Freitag nach einem volatilen Handelstag mit Unterstützung einer freundlich tendierenden Wall Street etwas fester geschlossen. Händler begründeten die hohe Volatilität mit dem Verfall der Indexfutures und-optionen sowie Aktienoptionen.

Der DJ Stoxx50-Index stieg um 0,2 Prozent auf 2388 Punkte. Am Vortag hatte der Index nach einer sechstägigen Verlustserie auf dem tiefsten Stand seit Mai 1997 geschlossen. Sorgen um einen möglichen Krieg am Golf und die Gewinnaussichten der Unternehmen trübten die Marktstimmung aber weiter, hiess es. Bei den Hightechtiteln stachen Alcatel mit einem Plus von 7,6 Prozent heraus. Der Telekomausrüster hat einen Restrukturierungsplan vorgelegt, der auch weitere Stellenstreichungen umfasst. Dagegen lasteten die Titel der spanischen Grossbank Santander Central Hispano mit einem Kursverlust von 5,6 Prozent auf dem Index. Händler verwiesen auf Sorgen, der Wahlausgang in Brasilien könnte die dort stark engagierte Bank belasten.

LONDON - Die Londoner Börse erlebte im Zuge des September-Verfalls von Futures und Optionen gemäss Marktteilnehmern einen Handel mit selten gesehener Volatilität erlebt und schloss fester. Der FTSE 100-Index notierte bei Handelsschluss 1,22 Prozent im Plus bei 3860,1 Punkten. Der Finanzwert 3i oder der Softwaretitel Sage schossen zu Beginn gegen 100 beziehungsweise 66 Prozent nach oben, fielen danach aber beinahe wieder auf ihre Ausgangskurse zurück. Zu den Hauptgewinnern zählten am Schluss die Aktien der Hotelkette Six Continentals mit einem Kursanstieg von 7,5 Prozent. Rolls Royce waren 5 Prozent fester. Die Titel des Rüstungskonzerns BAE Systems konnten sich mit einem Kursanstieg von plus 5,8 Prozent von jüngsten Verlusten erholen. Gesucht waren auch Vodafone, die 3,8 Prozent gewannen. Die Bank- und Erdölwerte notierten uneinheitlich.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien schlossen am grossen Verfalltag etwas fester. Händler sagten, nach einem verfallsbedingt aktiven Start mit grossen Umsätzen habe sich das Geschehen beruhigt. Der SMI-Index notierte noch um 0,2 Prozent fester bei 4738 Punkten. Händler erwarten nun in den nächsten Handelstagen mehrheitlich eine nachgebende Tendenz. Angesichts der enttäuschenden Konjunktur- und Unternehmensdaten seien die Marktteilnehmer weiter nervös und neigten daher zu Abgaben, hiess es. Versicherungen hätten von Deckungs- und derivativ bedingten Käufen aber auch von Schnäppchenjägern profitiert. Die grössten Gewinne verbuchten Rentenanstalt mit einem Plus von 5,5 Prozent. Dahinter folgten Baloise. Zurich hingegen büssten frühe Gewinne ein und schlossen um 0,2 Prozent leichter.

PARIS - An der Börse Paris gab der CAC-40-Index um 1,2 Prozent auf 2891 Zähler nach. Aufgrund des Optionsverfalls war der Handel volatil. Die Titel des Medienkonzerns Vivendi Universal verloren 6,1 Prozent und France Telecom büssten 5,3 Prozent ein. Einen Kursgewinn von 7,6 Prozent verzeichneten die Titel des Telekomausrüsters Alcatel und konnte damit einen Teil seiner Vortagesverluste wettmachen. Händler verwiesen auf einen neuen Restrukturierungsplan des Unternehmens, der auch den Abbau von weiteren 20.000 Stellen vorsieht.

FRANKFURT - Unterstützt von kräftigen Kursgewinnen bei Allianz und der Deutschen Telekom stieg der Dax-Index bis kurz vor Handelsschluss um 1,7 Prozent auf 3058 Punkte. Vor dem Hintergrund des grossen Verfalls an den Terminmärkten war er kurz nach Eröffnung zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 3000 Zählern gerutscht. Im Rampenlicht standen auch die Aktien von DaimlerChrysler. Der Autohersteller hatte zuvor den Einstieg in die Lkw-Sparten seiner beiden asiatischen Partner angekündigt. Allianz verteuerten sich um 5,2 Prozent und die T-Aktie zog 1,8 Prozent an.

BENELUX - Die Benelux-Börsen schlossen leichter. Der Amsterdamer AEX-Index gab 0,8 Prozent auf 308 Zähler nach und der Brüsseler Bel20-Index verlor 1,2 Prozent auf 1958 Punkte. Während sich bei den Technologiewerten ASML mit plus 4,3 Prozent erholten, drehten Philips ins Minus und gaben 2,8 Prozent nach. Die Finanzwerte schlossen uneinheitlich. Aegon gewannen 2,9 Prozent, während ING 6,9 Prozent verloren.

MAILAND - Die Mailänder Börse gab angeführt von den Titel der staatlich kontrollierten Energie- und Versorgungsfirmen Eni und Enel nach. Der Mib30-Index schloss 1,5 Prozent tiefer mit 22.716 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Ende 1997. Eni und Enel litten unter Aussagen von Premierminister Silvio Berlusconi, die Sorgen weckten, der Staat könnte Anteile an den beiden Firmen verkaufen. Eni fielen um fünf Prozent und Enel gaben 4,2 Prozent nach.

MADRID - Die Madrider Börse präsentierte sich uneinheitlich. Auf dem Markt lasteten die schwer gewichteten Bankaktien, sodass der Ibex-35-Index ein Prozent auf 5761 Punkte verlor. Im Zentrum standen auch hier der Verfall an den Terminmärkten und die Entwicklung um Irak, hiess es. Händler verwiesen auf Sorgen, der Wahlausgang in Brasilien könnte die dort stark engagierten Unternehmen belasten. So sanken Banco Santander Central Hispano um 5,6 Prozent und die Titel von Konkurrent Banco Bilbao Vizcaya Argentaria büssten 3,3 Prozent ein.

SKANDINAVIEN - Die skandinavischen Börsen schlossen knapp im Plus. Der DJ StoxxNordic-Index stieg um 0,1 Prozent auf 222 Zähler. Die Anleger hielten laut Händlern Ausschau nach Titeln, die überverkauft waren. Die Aktien der norwegischen Pan Fish kletterten um 11,4 Prozent. Die Titel des Windturbinenerzeugers Vestas verzeichneten ein Plus von 4,4 Prozent. Schwergewicht Ericsson dagegen verlor drei Prozent, während Nokia um 1,2 Prozent stiegen.

WIEN - Der Wiener Aktienmarkt konnte nicht mit den positiven internationalen Vorgaben mitziehen. Der ATX-Index schloss 1,1 Prozent leichter mit 1071 Punkten. Freundlich waren Wienerberger, AUA und VA Technologie. Unter Druck standen erneut Voest-Alpine.

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