Handelsschluss
Schwache Nasdaq drückt Neuen Markt

Derzeit verfügt der Markt über keine Eigendynamik, so Händler.

Reuters FRANKFURT. Die schwachen Vorgaben der Nasdaq haben Händlern zufolge den Neuen Markt am Mittwoch bei insgesamt schwachen Umsätzen nach unten gezogen. Der Markt verfüge momentan über keinerlei Eigendynamik und sei von Impulsen aus den USA abhängig, sagten Händler. Der Nemax-All-Share schloss mit einem Minus von 3,02 % bei 4138,53 Punkten, der Nemax-50-Index ging mit Verlusten von 3,64 % bei 4430,90 Zählern aus dem Handel. Die US-Technologiebörse Nasdaq tendierte am Mittwoch ebenfalls deutlich schwächer und lag am Abend rund vier Prozent im Minus.

Der Handel verlief nach Einschätzung eines Börsianers äußerst ruhig. Angesichts der eher negativen Stimmung könne sich derzeit kaum jemand entschließen, in den Markt einzusteigen. Der Neue Markt warte immer noch auf eine eindeutige Richtungsvorgabe aus den USA, sagten Händler. Diese könne jedoch noch einige Zeit auf sich warten lassen, da der Ausgang der US-Präsidentenwahl noch immmer offen sei. Ein wirkliches Eigenleben des Neuen Marktes sei zudem erst wieder nach Abschluß des Börsengangs der Deutschen Post möglich, sagte eine Händlerin. Dann werde sich entscheiden, wie viel Geld die inländischen Anleger noch für Engagements am Neuen Markt übrig hätten. Momentan sei dagegen ein Großteil dieser Mittel gebunden.

Die Geschäftszahlen des Index-Schwergewichts T-Online standen am Mittwoch im Mittelpunkt des Anlegerinteresses am Neuen Markt. Der Internet-Anbieter hatte in den ersten neun Monate des Jahres trotz eines gestiegenen Umsatzes den Vorsteuerverlust ausgeweitet. Der Umsatz habe nach vorläufigen Berechnungen im Vergleich zum Vorjahr um 86,5 % auf 542,6 Mill. Euro zugelegt, teilte T-Online mit. Das Vorsteuerergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen habe minus 14,4 Mill. Euro nach einem Gewinn von 14,2 Mill. Euro im Vorjahr betragen. Auf Grund der zum Teil von den Analystenerwartungen abweichenden Geschäftszahlen gerieten die Aktien Händlern zufolge unter Druck. Besonders das schlechter als erwartet ausgefallene Vorsteuerergebnis sorgte für Mißfallen. "Der Umsatz ist okay, der Rest allerdings enttäuschend", sagte ein Händler. Die T-Online-Aktien büßten 8,6 % auf 21,60 Euro ein und näherten sich damit dem im Oktober erreichten Jahrestief von 19,75 Euro. Das bisherige Jahreshoch wurde Anfang Mai bei 48 Euro markiert.

Dagegen wurden die Neun-Monats-Zahlen des T-Online Wettbewerbers Freenet am Markt positiv aufgenommen. Das Unternehmen hatte am Mittwoch einen Umsatz von 28,17 Mill. DM nach 1,38 Mill. im Vorjahreszeitraum bekannt gegeben. Das Vorsteuerergebnis habe bei minus 9,52 Mill. DM nach einem Überschuss von 533 000 DM im Vorjahr gelegen. Freenet verbesserten sich um 4,3 % auf 45,15 Euro.

Ebenfalls Kursgewinne konnten die Titel von Metabox und Aeco verbuchen. Metabox kletterten Händlern zufolge auf Grund von Gerüchten über eine möglicherweise bevorstehende positive Unternehmensnachricht um 24,3 % auf 7,81 Euro. Ein Unternehmenssprecher wies die Spekulationen allerdings zurück. "Es gibt nichts Neues, den Anstieg kann ich nicht erklären", sagte der Sprecher.

Eine Kaufempfehlung der Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) beflügelte die Aktien der niederländischen Aeco. Die Titel stiegen um 20,3 % auf 5,39 Euro. CSFB hatte für den Wert ein Kursziel von 11,40 Euro angegeben.



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