Handelsschluss
US-Börsen überstehen Hexensabbat im Plus

Weil der Mobilfunkausrüster Qualcomm optimistisch in die Zukunft schaut, hellte sich auch die Stimmung an der Wall Street auf: Investoren kauften ein.

rtr NEW YORK. Gestützt auf die optimistische Prognose des Mobilfunkausrüsters Qualcomm haben die US-Aktienbörsen am Freitag nach uneinheitlichem Kursverlauf freundlich geschlossen. Nach drei Verlusttagen in Folge habe der positive Ausblick von Qualcomm einige Investoren am so genannten "Hexensabbat" zu Käufen ermutigt, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index verließ den New Yorker Handel um 0,55 % höher mit 7986,02 Zählern, der Nasdaq-Index kletterte 0,38 % auf 1221,08 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index notierte 0,25 % fester mit 845,39 Punkten.

Händlern zufolge belasteten aber weiterhin Kriegsängste und Sorgen um die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft die allgemeine Stimmung. "Ich denke, dass der Markt mindestens zu 20 % unterbewertet ist, aber wir haben es hier mit demoralisierten Anlegern zu tun", beschrieb Stanley Nabi von Credit Suisse die Situation.

Die Aktien von Qualcomm legten mehr als neun Prozent auf 28,08 Dollar zu. Am Vorabend hatte das Unternehmen seine Prognose für die Auslieferungen der von ihm hergestellten Handy-Chips im vierten Geschäftsquartal angehoben. Von der Qualcomm-Prognose profitierten unter anderem Motorola-Aktien, die 3,56 % auf 10,48 Dollar gewannen. Impulse daraus erhielten auch Sprint PCS, die 1,86 % auf 2,74 Dollar zulegten, und AT&T Wireless, die sich um 2,27 % auf 4,50 Dollar erholten.

Dagegen verloren die Aktien des Energieversorgers Duke Energy Corp 4,76 % auf 20,40 Dollar, nachdem der Konzern seinen Gewinnausblick für 2002 nach unten revidiert hatte.

Zur Handelseröffnung hatten die Börsen-Indizes durchweg Gewinne verzeichnet, um dann später für kurze Zeit ins Minus zu drehen. Händler bezeichneten ein derartiges Auf und Ab der Kurse am so genannten "dreifachen Hexensabbat", dem Verfallstag sowohl für Terminkontrakte als auch für Aktien- und Indexoptionen, als durchaus üblich. Die Anleger versuchten an diesem Tag, die Kurse der Aktien, auf die sie Derivate besitzen, in letzter Minute noch in die gewünschte Richtung zu drücken.

Die bisherigen Vorankündigungen der Unternehmen zum Quartalsverlauf haben die Investoren nach Darstellung von Analysten negativ überrascht. Anstelle der erhofften Verbesserung deute sich nun offenbar eine weitere Verschlechterung der Lage an.

Zudem belaste auch die Angst vor einem drohenden Krieg gegen Irak den Markt, sagten Händler. Die "Washington Times" hatte berichtet, US-Militärplaner hielten den kommenden Februar für die beste Zeit, um mit massiven Luftangriffen einen Krieg gegen Irak zu beginnen.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,78 Mrd. Aktien den Besitzer. 1670 Werte legten zu, 1526 gaben nach, 215 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,73 Mrd. Aktien 1710 im Plus, 1606 im Minus und sieben unverändert. An den US-Kreditmärkten schlossen die richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen mit 104-29/32 Punkten um 2/32 niedriger. Sie rentierten auf diesem Niveau mit 3,78 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 22/32 auf 109-23/32 Zähler, wobei sich eine Rendite von 4,75 % ergab.

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