Handelsschluss
Verluste auf breiter Front färben Dax-Kurszettel rot

Bis auf die Autowerte konnten sich die deutschen Aktien am Mittwoch nicht aus der Verlustzone befreien. Händler begründeten die Abschläge mit kurzfristigen Gewinnmitnahmen und der anhaltend schlechten Stimmung im Technologiesektor.

FRANKFURT/M. Nach dem noch hoffnungsvoll stimmenden US-Einkaufsmanagerindex und den steigenden Kursen am Dienstag hat sich der Kurszettel für den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch schon wieder dunkel rot gefärbt. Die Vortagsaufschläge wurden von kurzfristig orientierten Anlegern gleich zu Handelsbeginn lediglich dazu genutzt, Gewinne zu realisieren.

Zur Begründung für die schwächeren Kurse verwiesen Händler auf die Vorgaben aus den USA. Dort hatten die Aktien bereits am Dienstagabend den größten Teil ihrer Tagesgewinne wieder abgegeben. Am Mittwoch setzte sich dann die Talfahrt fort. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit 5 048 Punkten aus dem Handel - und notierte damit drei Prozent schwächer als am Vortag.

Nachdem bereits Händler seit einigen Tagen nur darauf zu warten scheinen, dass das Börsenbarometer unter die Marke von 5 000 Zählern fällt, bestätigten nun auch technische Analysten die Gefahr, dass die Tiefstände noch nicht erreicht sind. Nach Ansicht von Stephen Schneider von der WGZ-Bank könnte der Markt längerfristig über ein Zwischentief bei 4 800 Punkten bis auf 4 200 Stellen fallen. "Wenn allein die Allianz bis auf 285 , die Münchener Rück auf 280 und SAP in Richtung 120 nachgeben, dann steht der Dax bei dem derzeitigen Marktumfeld schnell nur noch bei 4 800 Zählern", pflichtete auch Alfred Kaiser vom Maklerhaus Fritz Nols bei. Allerdings gebe es vorher noch einige charttechnische Unterstützungslinien, die erst nach unten durchbrochen werden müssten, ergänzte er.

Die Stimmung bleibt jedenfalls angespannt. Die Handelsspannen einzelner Titel seien in den vergangenen Tagen recht breit, erläuterte Edgar Wilczek von Concord Effekten. Das lasse auf Hektik und Nervosität unter den Marktteilnehmern schließen. Die Umsätze wurden als normal beschrieben.

Zu den größten Verlierern gehörten die Technologieaktien, allen voran die Papiere von Infineon und Siemens. Händlern zufolge verkauften Anleger am Tag vor der Analysten-Konferenz des Chip-Produzenten Intel den Titel, da Gerüchte über eine Gewinnwarnung des amerikanischen Konkurrenten am Markt kursierten. Die Analysten von Lehman Brothers und Bancorp Piper Jaffray hatten bereits ihre Gewinn- und Umsatzschätzungen für Intel im dritten Geschäftsquartal gesenkt.

Auch SAP gaben weiter nach, obwohl Vorstandssprecher Hasso Plattner die Gerüchte um eine Gewinnwarnung entkräftet hatte. Allerdings habe Plattner keine Prognose für eine Trendwende in der IT-Branche gewagt. Dies könne der Grund für die erneuten Kursverluste sein, gab ein weiterer Marktteilnehmer zu bedenken.

Die Deutsche Telekom fiel mit 15,78 erneut auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Ein Test des Emissionspreises der ersten Tranche bei 14,57 sei mittlerweile wahrscheinlich, hieß es. Die Versicherungswerte belasteten Gerüchte über eine angebliche Wandelanleihe auf Münchener Rück, die von der Allianz zum Abbau ihres Aktienpaketes begeben werden soll.

Den einzigen Lichtblick an einem ansonsten durch und durch trüben Tag boten erneut die Aktien der Automobilhersteller. Hier sorge die in der kommenden Woche beginnende Messe IAA für positive Stimmung. Volkswagen hatte zudem gute US-Absatzzahlen vorgelegt, für BMW werden diese heute erwartet.

In der zweiten Reihe fielen Baader Wertpapierhandelsbank und GfK mit Verlustraten im zweistelligen Prozentbereich auf. Der MDax büßte insgesamt 0,9 % auf 4 439,74 Punkte ein. Die Regionalwerte in Berlin und München notierten zur Kasse schwächer. Die übrigen Regionalbörsen zeigte sich uneinheitlich bis behauptet.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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