Handhelds werden zum Bestandteil von Geschäftsprozessen im Unternehmen
Mit dem PDA-Computer in die SAP-Datenbank

PDAs (Persönliche Digitale Assistenten) sind nicht nur Organizer für Termine und Adressen. Mit der entsprechenden Software avancieren sie zum Allround-Werkzeug für den drahtlosen Zugriff auf wichtige Firmendaten. Zur Weiterentwicklung von m-Business-Lösungen hat sich PDA-Hersteller Casio an iAS beteiligt.

ap FRANKFURT/MAIN. "Der PDA ist mehr als ein nettes Spielzeug für den Manager", sagt der Europa-Chef von Sybase iAnywhere Solutions (iAS), Klaus Jürgen Müller. "Wir sind erst am Anfang der mobilen Welle." Mit den Server- und Datenbanktechniken des Unternehmens sind die "Persönlichen Digitalen Assistenten" (PDA) nicht nur Organizer für Termine und Adressen, sondern werden zum Allround-Werkzeug für den drahtlosen Zugriff auf wichtige Firmendaten. Zur Weiterentwicklung solcher "m-Business-Lösungen" (m wie "mobile") hat sich jetzt der PDA-Hersteller Casio mit fünf Mill. Dollar an iAS beteiligt, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten.

Diese strategische Allianz diene dem Ausbau des Geschäfts "in dem sich rasant entwickelnden Markt für mobile Business-Geräte", erklärte Casio-Präsident Kazuo Kashio. Beide Unternehmen haben bereits im vergangenen Jahr eine Partnerschaft vereinbart, die jetzt mit der Übernahme von Vorzugsaktien und einer Beteiligung von 1,5 % finanziell untermauert wird. Wenn ein Casio-Gerät wie der Cassiopeia mit den Software-Lösungen von iAS ausgestattet wird, kann es als verlängerter Arm zur SAP-Datenbank, als Bankenterminal oder als Abrufstation für Außendienstinformationen genutzt werden.

Casio setzt auf Windows-CE-Plattform

Im Wettbewerb der PDA-Betriebssysteme setzt Casio auf die Windows-CE-Plattform. "Wir unterstützen aber auch Palm , Linux, EPOC und andere Systeme", erklärt Müller im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. "Eine der Stärken aller Sybase-Technologien ist die Offenheit." So ermöglicht das m-Business Studio von iAS eine intelligente Endgeräte-Erkennung: Je nachdem, welches Endgerät sich mit einem Anwendungsprogramm auf dem Server in Verbindung setzt, wird es entsprechend seiner Plattform-Bedürfnisse unterstützt.

Mit Java-Plattformen auf Unternehmensdatenbanken zugreifen

Andere Kooperationspartner von iAS sind Motorola und Nokia. Für die Verschmelzung von Mobiltelefon und PDA steht der Nokia 9210 Communicator, das mit der iAS-Software ausgestattet zum Allround-Gehilfen für mobile Mitarbeiter eines Unternehmens etwa in der Versicherungsbranche wird. Mit Motorola stellte das Unternehmen kürzlich eine Lösung vor, die ein Handy mit Hilfe der Java-Plattform in die Lage versetzt, auf Datenbanken und Anwendungen eines Unternehmens zuzugreifen. Mit der weitgehenden Unterstützung von Java bietet iAS bewusst eine Alternative zu Microsoft, das sich ebenfalls in der Entwicklung mobiler Unternehmensanwendungen engagiert.

Dritter im Bunde der führende m-Business-Anbieter ist IBM . Die Sybase-Tochter ist nach eigenen Angaben mit einem Anteil von 61 % Marktführer bei mobilen Business-Lösungen. Mit 92 Mill. Dollar trug iAS im vergangenen Geschäftsjahr zu 9,6 % zum Sybase-Umsatz von 960 Mill. Dollar bei.

Flexible Lösungen bei Übertragungsprotokollen

Auch bei den Übertragungsprotokollen legt iAS Wert auf flexible Lösungen - die Funkübertragung über das herkömmliche GSM-Netz wird ebenso unterstützt wie GPRS oder UMTS. Bei einigen Transaktionen ist eine ständige Online-Verbindung sinnvoll, wie sie jetzt mit den ersten GPRS-Handys möglich wird. Wenn es aber nur um eine einfache Banküberweisung geht, kann diese auch offline ausgefüllt und dann während einer kurzen Online-Verbindung losgeschickt werden. Auch bei anderen Daten werden beide Seiten - das kleine Endgerät (Client) und die riesige Datenbank in der Firmenzentrale miteinander synchronisiert.

Mobiler Datenzugriff für Polizeibehörde möglich

Zu den aktuellen Entwicklungsprojekten von iAS in Europa gehört etwa die mobile Plattform zur schnellen Aufnahme von Versicherungsschäden an Mietfahrzeugen - dazu werden Casio-Geräte mit einer Kamera ergänzt. Daneben gibt es Pläne für die Ausstattung einer Polizeibehörde mit einem System, über das Behördendaten von mobilen Endgeräten abgerufen werden können. Zwar steht die gesamte IT-Branche derzeit im Bann der eingetrübten Konjunktur. "Aber spätestens in der ersten Hälfte des nächsten Jahres werden Unternehmen PDAs und SmartPhones als einen sinnvollen Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse erkennen und entsprechende Investitionen tätigen", erwartet Müller.

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