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Handwerk prangert schlechte Zahlungsmoral der öffentlichen Hand an

Das Handwerk in Deutschland hat den öffentlichen Auftraggebern eine schlechte Zahlungsmoral und damit eine Mitschuld an zahlreichen Betriebsinsolvenzen vorgeworfen. "Die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand zeigt sich beim Thema Zahlungsmoral nicht", sagte der Präsident des Zentralverbandes Handwerk (ZDH), Dieter Philipp, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa-AFX). Nur gut die Hälfte der öffentlichen Auftraggeber zahlten ihre Rechnung fristgerecht innerhalb von 30 Tagen, 43 % ließen die Handwerker warten, 4,4 % gar drei Monate und länger.

dpa-afx BERLIN. Das Handwerk in Deutschland hat den öffentlichen Auftraggebern eine schlechte Zahlungsmoral und damit eine Mitschuld an zahlreichen Betriebsinsolvenzen vorgeworfen. "Die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand zeigt sich beim Thema Zahlungsmoral nicht", sagte der Präsident des Zentralverbandes Handwerk (ZDH), Dieter Philipp, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa-AFX). Nur gut die Hälfte der öffentlichen Auftraggeber zahlten ihre Rechnung fristgerecht innerhalb von 30 Tagen, 43 % ließen die Handwerker warten, 4,4 % gar drei Monate und länger.

Verspätete oder nicht erfolgende Zahlungen könnten die arbeits- und damit kostenintensiven Handwerksbetriebe in den Ruin treiben, warnte der Verbandschef. Neue oder bestehende Aufträge könnten nicht vorfinanziert werden und gingen verloren. 2003 hätten rund 4 400 Handwerksbetriebe einen Insolvenzantrag gestellt, davon viele wegen verzögerter Zahlungen und Forderungsausfällen. Unter den Auftraggebern sei es zum "Volkssport" geworden, das Bezahlen von Rechnungen weit hinauszuschieben, auch wenn die vereinbarte Gegenleistung einwandfrei erbracht worden sei.

Das vor allem durch den Export getragene Wirtschaftswachstum zwischen 1,5 und zwei Prozent wird nach Einschätzung des Verbandes in diesem Jahr am Handwerk vorbeigehen. "Die Abwärtsbewegung wird sich im Vorjahresvergleich aber verlangsamen", zeigte sich Philipp überzeugt. "Dennoch dürfte der Gesamtumsatz um ein bis zwei Prozent zurückgehen." Die Zahl der Beschäftigten werde sich vermutlich um rund 100 000 bis 150 000 Mitarbeiter verringern.

Die Handwerksbranche zählt rund 847 000 Betriebe mit 5,1 Mill. Beschäftigten und mehr als 500 000 Lehrlingen. Damit sind nach Verbandsangaben mehr als 13 % aller Erwerbstätigen und rund 32 % aller Auszubildenden in Deutschland im Handwerk tätig. 2003 lag der Branchenumsatz bei fast 470 Mrd. ?.

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