Handwerkskonjunktur lahmt
Bau- und KfZ-Handwerk rechnet mit 120 000 Entlassungen

Die Konjunktur im deutschen Handwerk leidet unter der Krise am Bau und der gebremsten Entwicklung im Kraftfahrzeug-Gewerbe. Der Verband rechnet mit der Entlassung von 120 000 Mitarbeitern im laufenden Jahr.

dpa-afx BERLIN. "Wir können den Wachstumsoptimismus der Bundesregierung nicht teilen", sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, bei der Vorstellung des Konjunkturberichts für das erste Quartal 2001 am Dienstag in Berlin. Die Konjunkturentwicklung in Ost und West drifte weiter auseinander.

In fast allen Sparten seien die Investitionen und die Zahl der Arbeitsplätze zurückgegangen. Lediglich das westdeutsche Metallhandwerk setze sich noch von diesem Negativtrend ab. Für das zweite Quartal erwarteten die Betriebe nur eine saisonale Belebung des Geschäfts, sagte Schleyer. In den 850 000 Handwerksbetrieben sind etwa 5,9 Mio. Menschen tätig.

Schlechte Zahlungsmoral der Kunden

Für 2000 und 2001 war der Verband von einem Umsatzwachstum von jeweils 1,5 Prozent ausgegangen. Aus Sorge über wirtschaftliche Perspektiven hätten die Betriebe ihre Investitionen jedoch deutlich zurückgefahren. Außerdem leidet das Handwerk einer ZDH-Sonderumfrage unter knapp 13 000 Betrieben zufolge nach wie vor unter der schlechten Zahlungsmoral der Kunden.

Stark rückläufig sei die Zahl der Aufträge. Weniger Aufträge verzeichneten im westdeutschen Handwerk 41 Prozent der Betriebe und in Ostdeutschland jeder zweite Handwerksbetrieb. Der erwartete Anschub der Binnennachfrage sei ausgeblieben. Explodierende Energiepreise hätten Steuerentlastungseffekte aufgezehrt. Auch im Nahrungsmittelsektor trübte sich das Geschäftsklima infolge der BSE- Krise und der Maul- und Klauenseuche ein.

Ostdeutsche Handwerksbetriebe schätzten die Geschäftslage deutlich schlechter als die westdeutschen ein. Hauptbremse sei dort die sinkende Auftragsvergabe der öffentlichen Hand.

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