Handy-Chip "M-Gold" soll 2002 auf den Markt kommen
Infineon will Chipmarkt für UMTS-Handys beherrschen

dpa MÜNCHEN. Die Siemens-Tochter Infineon will mit einem neuen Dualmode-Chip den Halbleitermarkt für die neuen UMTS-Handys beherrschen. Der in den letzten zwei Jahren entwickelte Handy-Chip "M-Gold" solle etwa Ende 2002 auf den Markt kommen, teilte die Infineon AG heute in München mit. Der Chip soll die parallele Nutzung des alten GSM- und des neuen UMTS-Netzes mit einem Mobilfunkgerät ermöglichen.

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den weltweit ersten Halbleiter dieser Art. Mit der Produktion wolle man die Spitzenposition auf dem Markt der neuen Dualband-Handys erobern und zunächst einen Marktanteil von mehr als 50 % erzielen, sagte Infineon - Vorstand Peter Bauer. Mitbewerber um Stücke am umsatzträchtigen UMTS-Kuchen sind die US-Chiphersteller Texas Instruments und Motorola sowie der niederländische Philips - Konzern.

Mit der Produktion signifikanter Stückzahlen sei erst ab 2003 zu rechnen, sagte Bauer. Dann werden nach Einschätzung des Unternehmens weltweit rund 30 Mill. Menschen mit Handys der neuen Mobilfunkgeneration UMTS ausgerüstet sein. Der überwiegende Teil dieser Geräte werde auf beiden Frequenzen funktionieren, da die UMTS- Netze nur schrittweise bis zur Flächendeckung ausgebaut werden, hieß es.

Die Stückzahlen der ausschließlich auf dem in Europa üblichen GSM- Standard basierenden Handys würden vermutlich trotz der UMTS- Konkurrenz noch bis zum Jahr 2004 ansteigen, prognostizierte Bauer. Erst ein Jahr später sei damit zu rechnen, dass die UMTS-Handys ihre GSM-Konkurrenten schrittweise verdrängten. In die Entwicklung des neuen "M-Gold"-Chips habe man in den beiden letzten Jahren einen zweistelligen Euro-Millionenbetrag, aber weniger als 50 Mill. Euro, investiert. Marktanalysen gingen bis zum Jahr 2006 von rund 1,8 Milliarden Mobilfunknutzern aus, sagte Bauer. Mehr als die Hälfte solle dann die Multimedia-Dienste der UMTS-Handys nutzen. Die Abnehmer des neuen Dualmode-Chips werden nach Ansicht Bauers aber nicht tiefer in die Tasche greifen müssen. Wenn die Produktion erst einmal eine gewisse Stückzahl erreiche, erwarte er "langfristig keine Teuerung".

Der anhaltende Halbleiterboom hatte dem Börsenneuling Infineon in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1999/2000 (30. September) einen Gewinnsprung von 25 Mill. auf 545 Mill. Euro beschert. Der Umsatz wuchs um 68 % auf 4,9 Mrd. Euro.

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