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Handy – die große Freiheit

Mobil telefonieren zu können ist praktisch - doch wirklich immer und überall?

Deutschland ist im Mobilfunkrausch. Rund 48 Millionen Deutsche telefonieren mobil - in jeder Lage, aus jeder Situation: Ob am Arbeitsplatz, während des Einkaufsbummels, auf dem Schulhof, in der Disco, während der Vorlesung und der Zugfahrt etc. etc... Ist doch prima, und praktisch ist es sowieso: Termine können abgesagt oder verschoben werden, wichtige Mitteilungen kommen rechtzeitig an, den Mitarbeiter im Urlaub kann der Chef auch noch erreichen. Die Ehefrau ist rechtzeitig informiert, wenn der Zug wieder eine halbe Stunde Verspätung hat und sorgt dafür, dass der Auflauf nicht anbrennt. Schön soweit...

Diese ständige Erreichbarkeit und die Unabhängigkeit vom Festnetz - soweit der Akku noch Saft hat, ein Netz zur Verfügung steht, und das Handy eingeschaltet ist -, erfreuen trotzdem nicht bedingungslos jeden. Aus permanenter Erreichbarkeit kann nämlich sehr schnell allzeitige Verfügbarkeit werden. Urlaub und Feierabend erfüllen dann kaum noch ihren Zweck: So mancher gestresster Manager schaltet deshalb seine mobilen Geräte inzwischen aus und "schreckt sogar nicht davor zurück", sich von seinem Anrufbeantworter "verleugnen" zu lassen.

Wenig erbaulich sind zum Teil die Gespräche, die Handynutzer während der Zug- oder Busfahrt führen: Dass man in zwei Minuten da ist, und es im Büro wieder langweilig war, und was es gleich zu Essen gibt, hört man (mit). Den vom ständigen Handygebimmel genervten Mithörer interessieren diese in aller Öffentlichkeit geäußerten Trivialitäten kaum. Manche Handybenutzer lassen sich sogar während einer Kinovorstellung anrufen, um den Zuschauern den Spaß an der Vorführung so richtig zu vermiesen - absichtlich sollte man meinen? Von den Autofahrern, die ihr Handy während der Fahrt benutzen und sich und andere damit gefährden, gar nicht zu sprechen... Zumindest für dieses Ärgernis ist Abhilfe in Sicht: Ab dem 1. Januar 2001 tritt ein Gesetz in Kraft, welches das Telefonieren während der Autofahrt verbietet. Wenn es nach Verkehrsminister Klimmt (SPD) geht, soll diese Regelung sogar für Radfahrer gelten...

Sicherlich hat niemand das Recht darüber zu urteilen, wann und worüber sich Menschen unterhalten. Aber vielleicht gilt auch hier, "weniger ist mehr"?



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