Handy-Hersteller beflügelt Aktienmarkt
Tech-Werte nach Nokia-Zahlen gefragt

Positiv aufgenommene Geschäftsprognosen des weltgrößten Handy-Herstellers haben dem Deutschen Aktienindex am Dienstag zu Kursgewinnen verholfen. "Die Nokia-Zahlen waren nicht berauschend, aber offenbar haben einige Anleger mit noch schlechteren Prognosen gerechnet", sagte der Händler Raed Mustafa von der LBBW. Der finnische Konzern hatte zwar unter Hinweis auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der vor allem in Asien grassierenden lebensbedrohenden Lungenkrankheit SARS seine Prognose für das viel beachtete Umsatzwachstum im Handy-Geschäft gesenkt.

Reuters FRANKFURT. Demnach erwartet Nokia das Plus am unteren Ende der prognostizierten Spanne von vier bis zwölf Prozent oder sogar darunter liegen. Die Vorhersage für den Pro-Forma-Gewinn blieb mit einer Spanne 0,13 bis 0,16 Euro je Aktie aber unverändert. Die Aktien von Infineon profitierten von einem Fortschritt bei der Entwicklung neuartiger Speicherchips und führten zeitweise die Gewinnerliste im Dax an.

Der Dax stieg bis zum Mittag um 1,3 Prozent auf 3 135 Zähler, während der Nebenwerte-Index MDax 0,2 Prozent auf 3 496 Punkte gewann. Der Technologie-Index TecDax zog um 0,3 Prozent auf 430 Stellen an. Die Terminkontrakte auf die US-Indizes deuteten derweil auf eine etwas höhere Eröffnung der Wall Street hin. An den Devisenmärkten blieb der Euro fast unverändert und kostete zuletzt 1,1718/21 Dollar, nach einem Stand von 1,1716 Dollar bei Handelsschluss in New York am Vortag.

"Nach der Motorola-Gewinnwarnung von gestern sind die Leute erleichtert, dass Nokia seine Gewinnprognose beibehalten hat", sagte ein Händler. Der US-Handyhersteller Motorola hatte am Montag wegen eines schwachen Asiengeschäfts seine Umsatz- und Gewinnprognose für das zweite Quartal gesenkt. Die Aktien des deutschen Handy-Herstellers und Telekom-Ausrüsters Siemens stiegen um 1,4 Prozent auf 43,03 Euro. Gleichzeitig verteuerten sich die Infineon-Titel um 3,8 Prozent auf 8,76 Euro. Zuvor hatter der Halbleiter-Hersteller bekannt gegeben, wichtige Fortschritte bei der Entwicklung sogenannter MRAMs gemacht zu haben. Diese neuartigen Speicher halten die Informationen auch nach Abschaltung des PC. Die Papiere von SAP erhielten Händlern zufolge erneut Auftrieb durch die geplante Übernahme von Peoplesoft durch Oracle. Die Titel des Walldorfer Konzerns stiegen um 3,9 Prozent auf 112,33 Euro. Die Anleger hofften, dass SAP bei einer Peoplesoft-Übernahme seinen Marktanteil zu Lasten des Konkurrenten ausweiten könne, hieß es. Oracle hatte am Freitag 5,1 Milliarden Dollar in bar für Peoplesoft geboten.

"Bei den Finanzwerten ist es das alte Spiel: Wegen ihrer umfangreichen Aktienbestände legen sie bei jeder Erholung des Gesamtmarktes überproportional zu", sagte ein Händler. Bei den Banken waren die Aktien von Commerzbank 3,4 Prozent im Plus bei 11,40 Euro am gefragtesten. Bei den Versicherern lagen die Aktien von Allianz vorn und stiegen um 3,1 Prozent auf 70,45 Euro.

Die nach dem Führungsaustausch beim zweitgrößten US-Baufinanzierer Freddie Mac aufgekommenen Zweifel an der Qualität von US-Vermögensanlagen spielten am deutschen Markt nach Aussagen von Börsianern zunächst keine Rolle. Derzeit seien die Auswirkungen der Nachrichten von Freddie Mac auf den US-Wohnungsbaumarkt, der als eine Stüzte der lahmenden Konjunktur gilt, nicht abschätzbar, hieß es. Der Baufinanzierer hatte am Montag seine Führungsspitze wegen unzureichender Zusammenarbeit bei der Prüfung der Bilanzen für die Jahre 2000 bis 2002 ausgewechselt. Freddie Mac hat auch in der Euro-Zone Anleihen im Volumen von mehreren Milliarden Euro begeben.

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