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Handy-Probleme belasten Siemens - Zweifel am Gewinnziel

Der Siemens-Konzern erwartet durch den Verkaufsstopp der 65er Handy-Reihe eine Belastung in seiner Mobilfunksparte. "Dass es Auswirkungen auf das (laufende) Quartal geben wird, ist völlig klar", sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in München. Wie hoch die Belastungen sein werden, sei allerdings noch offen. An der Börse verlor die Siemens-Aktie 0,50 % auf 54,12 €.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Siemens-Konzern erwartet durch den Verkaufsstopp der 65er Handy-Reihe eine Belastung in seiner Mobilfunksparte. "Dass es Auswirkungen auf das (laufende) Quartal geben wird, ist völlig klar", sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in München. Wie hoch die Belastungen sein werden, sei allerdings noch offen. An der Börse verlor die Siemens-Aktie 0,50 % auf 54,12 ?.

Siemens hatte am Donnerstag vor Software-Problemen bei seinen Handys aus der 65er-Reihe gewarnt. Die Mobilfunkanbieter O2, Vodafone, E-Plus und T-Mobile und andere Zwischenhändler stoppten daraufhin den Verkauf der Reihe. Die Kunden können ihre Geräte bei den Mobilfunkgesellschaften kostenlos reparieren lassen. Nach Einschätzung der Anbieter und Siemens soll der Verkauf der 65er Reihe in den ersten Septembertagen wieder anlaufen.

'Beliebtes Gerät'

Wie viele Geräte seit dem Vermarktungsstart im April ausgeliefert wurden, ließ Siemens offen. Bei O2 handelt es sich um eine Menge im "mittleren fünfstelligen" Bereich. Sprecher von T-Mobile, Vodafone und E-Plus machten keine Angaben. Branchenkenner schätzten die Zahl bei Vodafone Deutschland auf eine hohe fünfstellige Zahl. Die Telekom bezeichnete die Modellreihe als "sehr beliebtes Gerät".

Die Handy-Probleme könnten nach Einschätzung von Experten die Rückkehr der Mobilfunksparte in die Gewinnzone verzögern. Nach einem verlustreichen dritten Quartal peilt die Handy-Sparte im vierten Quartal (bis Ende September) wieder schwarze Zahlen an. Am Freitag wollte der Konzern seine Prognose nicht bestätigen, was die Zweifel bei den Analysten nährte.

Zweifel AN Gewinn-Prognose

"Die Zusatzkosten für die Rückrufaktion drücken auf den Gewinn", sagte Theo Kitz, Analyst bei Merck Finck. Er erwartet, dass der Marktanteil von Siemens unter der Rückrufaktion leiden wird. "Nokia ist sehr aggressiv geworden", sagte er. Thomas Hofmann, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), erwartet hingegen nur eine "temporäre Belastung". "Der Absatz der 65er Reihe wird dadurch nicht nachhaltig geschwächt", sagte Hofmann.

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia hatte die Preise für seine Geräte massiv gesenkt, um verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Siemens-Chef Heinrich von Pierer will die zuletzt gesunkenen Durchschnittspreise seiner Geräte und damit die Profitabilität in dem Geschäftsfeld wieder erhöhen. Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2004/2005 Anfang Oktober will der Technologiekonzern seinen Festnetz- und seinen Mobilfunk-Bereich verschmelzen.

Nach Siemens-Angaben kann es bei einem automatischen Abbruch eines Telefonats auf Grund eines leeren Akkus zum lauten Abspielen einer Ausschaltmelodie kommen. "Im Extremfall könnte die Lautstärke zu Hörschäden führen. Allerdings besteht diese Gefahr nur dann, wenn das Handy beim Abspielen der Melodie direkt ans Ohr gehalten wird", erklärte das Unternehmen.

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