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Handys auf dem Weg zum normalen Konsumprodukt

Seit Jahresanfang befindet sich die einstige Boomsparte Mobilkommunikation in einem gründlichen Umbruch.

In Europa sind die wichtigsten Märkte gesättigt, neue Kunden lassen sich nur mit unverhältnismäßig hohen Marketingaufwendungen gewinnen. Die Netzgesellschaften überdenken angesichts zunehmender Verluste ihre Geschäftsmodelle, die Hersteller passen ihre Kapazitäten dem geringeren Bedarf an.

Bei den Handyproduzenten herrscht zurzeit der Rotstift. Siemens streicht die Belegschaft kräftig zusammen und konzentriert die Fertigung auf nur noch ein Werk in Europa.Ericsson kürzt die Zahl der Beschäftigten ebenfalls und zieht sich obendrein ganz aus der eigenen Fertigung zurück. Die Produktion übernimmt hier wie bei Alcatel der Auftragslieferant Flextronics, der auch bereits für andere Größen aus dem Mobilfunk- und Computerbereich fertigt. Auch Philips denkt öffentlich über einen Ausstieg aus der Handyproduktion nach. In der Entwicklung geht nicht mehr jeder seinen eigenen Weg. Ericsson und Sony haben beschlossen, bei den UMTS-Handys zu kooperieren.



Auch die Netzgesellschaften denken um. Nachdem der Markt weitgehend aufgeteilt ist, jagen sie nicht mehr um jeden Preis potentiellen Kunden hinterher. Besonders der Prepaid-Markt hat sich als zu teures Geschäft erwiesen, da die neuen Kunden nicht den nötigen Umsatz bringen, um die hohen Marketingkosten wieder einzufahren. Die Mobilfunkanbieter kürzen die Subventionen für neue Handys, Händler erhalten weniger Provisionen. Dies wird die Handys teurer machen, was die Kauflust zusätzlich dämpfen könnte.



Dadurch ist das noch vor kurzem so trendige Handy auf dem Weg, ein ganz normales Produkt der Konsumelektronik zu werden. Hersteller und Händler von Audio- und Videoprodukten kennen dieses Problem seit langem. Hier bestimmt seit Jahren vor allem der Ersatzbedarf das Geschäft, was einen erheblichen Druck auf Preise und Renditen bedeutet. Die Handyhersteller müssen sich erst darauf einstellen, dass ein lukratives Neugeschäft zumindest in Europa weitgehend der Vergangenheit angehört.



Doch einen Vorteil hat die Mobilfunkbranche noch: Die Innovationsrate ist wesentlich höher als sie zum Beispiel bei Fernsehern oder gar bei Waschmaschinen ist. Darin liegt die Chance der Branche. Sie muss die Kunden überzeugen, dass neue Daten- oder Multimedia-Dienste über die künftigen Übertragungsstandards GPRS oder gar UMTS so attraktiv sind, dass dafür der Kauf eines neuen Handys lohnt. Auch wenn dieses neue Handy teurer ist als das bisherige.

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