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Handywahnsinn

Ganz Großbritannien ist verunsichert. Macht das Telefonieren mit dem Handy krank? Das Londoner Gesundheitsministerium zieht seine eigenen Lehren aus dem BSE-Skandal und will jetzt die Bevölkerung vorsorglich vor möglichen Gefahren waren.

Dem Rinderwahnsinn folgt in Großbritannien nun der Handywahnsinn. Noch vor Weihnachten, so die Planung des Londoner Gesundheitsministeriums, sollen Mobilfunk-Verkäufer ihren Kunden eine Informationsbroschüre in die Hand drücken, die schonunglos die Gefahren der Handynutzung aufdeckt. Dafür zahlen, heißt es in Whitehall, dürfen die Unternehmen den größten Teil selbst.



Besonders gefährdet seien die Kids unter 18, und die will man sich mit den Warnhinweisen deshalb ganz besonders zur Brust nehmen. Um welche Risiken es sich jedoch handelt, die demnächst auf dem Handzettel aufgelistet werden sollen, ist ungewiss. Denn ganz nebenbei erklären die Ministerialbeamten, ihre eigene Untersuchung habe bislang überhaupt keine Gefahren ausgemacht. Aber wer glaubt schon seiner eigenen Statistik?



Das Manöver ist durchschaubar: Unter dem Druck der Öffentlichkeit musste die britische Regierung erst neulich zugeben, dass sie jahrelang die Gefahren der Rinderseuche BSE verschwiegen hat. Ein zweites Mal soll ihr das nicht passieren. Dann schon lieber die Telekomkonzerne brüskieren, denen man bei der jüngsten UMTS-Versteigerung für die Mobilfunkfrequenzen zwischen 12 und 18 Mrd. DM abgeknöpft hat - natürlich bevor man die Technik für gesundheitsschädlich erklärte.



Kenneth Rothman, der in Massachusetts seit mehreren Jahren über mögliche Risiken des mobilen Telefonierens forscht, kam nicht nur zu einem völlig anderen Ergebnis, sondern auch zu anderen einer Risikogruppe: Das Hauptrisiko für die Gesundheit, meint der Wissenschaftler, seien Autounfälle.

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