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Hannover holt Wolfsburg mit 2:0 von der Spitze

Der Höhenflug des VfL Wolfsburg ist gestoppt. Mit seinem Doppel-Torschützen Silvio Schröter und einem deftigen 3:0 (1:0) holte Hannover 96 das Überraschungsteam im Niedersachsen-Derby der Fußball-Bundesliga auf den Boden zurück.

dpa HANNOVER. Der Höhenflug des VfL Wolfsburg ist gestoppt. Mit seinem Doppel-Torschützen Silvio Schröter und einem deftigen 3:0 (1:0) holte Hannover 96 das Überraschungsteam im Niedersachsen-Derby der Fußball-Bundesliga auf den Boden zurück.

Nach zuvor fünf Siegen in Serie und einem vierwöchigen Ausflug an die Tabellenspitze musste die Mannschaft von Trainer Erik Gerets (18 Punkte) den Top-Rang nach dem 8. Spieltag damit an den VfB Stuttgart (20) abtreten. Vor 34 313 Zuschauern in der AWD-Arena profitierte Hannover vom frühen Traumtor durch seinen Gelegenheitsspieler Schröter in der 7. Minute, dessen Distanzschuss genau in den Winkel passte. Den dritten Saisonsieg der 96er und einen beruhigenden einstelligen Tabellenplatz sicherte der 25 Jahre alte Spieler des Tages in der 64. Minute mit seinem zweiten Treffer. Daniel Stendel (90.+1) machte die Ernüchterung beim VfL komplett.

"Der Trainer hat gesagt, dass ich torgefährlicher werden muss. Ich wußte, dass meine Chance kommt. Dass es so läuft, ist natürlich super", freute sich der frühere Cottbuser Schröter über seinen ersten Bundesliga-Tore für die "Roten". VfL-Coach Gerets stand dagegen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. "In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, nur die Tore nicht. Da waren wir die bessere Mannschaft", resümierte er und kritisierte vor allem die zweite, weit hinter den gewachsenen Ansprüchen gebliebene Halbzeit: "Da haben wir die Ordnung, die Ruhe und zu viele Bälle verloren."

Der VfL, mit Ausnahme von Marian Hristow in der Top-Besetzung der vergangenen Wochen angetreten, präsentierte zunächst noch sein gewachsenes Selbstvertrauen und die Fortschritte im spielerischen Reifeprozess. Nach Spielanteilen und Chancen waren die "Wölfe" Punktsieger gegen die zunächst passiv wirkenden Gastgeber, die sich nach der Pause allerdings steigern konnten und den Sieg auch durch die fast optimale Chancenverwertung verdienten. Unter dem Strich war es für den VfL zu wenig, auch weil sich der Deckungsverbund bei den Kontern der Gastgeber als Schwachstelle erwies.

So wurde Schröter bei seinem frühen Führungstor für die Hannoveraner nach einer Hereingabe von Michael Tarnat und einem zu kurzen Kopfball-Abwehr von Kevin Hofland kaum gestört, um aus 20 Metern genau Maß zu nehmen und wunderbar in den Torwinkel zu treffen. Der Mittelfeldspieler, der den Vorzug gegenüber Kapitän Altin Lala erhielt, erwies sich als besonderer Glücksgriff von Trainer Ewald Lienen. Sein zweites, per Flachschuss erzieltes Tor raubte den Wolfburgern endgültig den Nerv. Dem ging ebenfalls eine missglückte Abwehr - dieses Mal ausgerechnet von Thomas Brdaric - voraus.

Nationalstürmer Brdaric, der in der vergangenen Saison zwölf Treffer für 96 erzielte und nun mit dem VfL an alte Wirkungsstätte zurückkehrte, und seinen Kollegen fehlte an diesem Abend Glück und vor allem Durchschlagskraft. Martin Petrow (11.) und Diego Klimowicz (12.) zielten knapp am Tor vorbei, Brdaric (21.) und erneut Klimowicz (36.) scheiterten bei weiteren guten Chancen an Torwart Robert Enke, der sich neben Schröter eine Bestnote verdiente. Mit seinem Austausch gegen Marco Topic war die Partie für Klimovicz in der 54. Minute vorbei. Abwehrspieler Hofland fehlt nach seiner fünften Gelben Karte im nächsten Spiel.

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