Hannover mit Rangnick im Aufwind: Bayern-Patzer lässt die Liga hoffen

Hannover mit Rangnick im Aufwind
Bayern-Patzer lässt die Liga hoffen

Unzufriedenheit an der Tabellenspitze, Jubel auf den Abstiegsrängen. Während Bundesliga-Spitzenreiter FC Bayern München beim 0:0 in Bielefeld seine Verwundbarkeit zeigte, trumpften die "Keller-Kinder" am 19. Spieltag groß auf.

HB/dpa DÜSSELDORF. Der FC Energie Cottbus avancierte mit zwei Siegen hintereinander zum bislang besten Team im Jahr 2003 und konnte den letzten Tabellenplatz verlassen, Hannover 96 kletterte nach dem 1:0 beim TSV München auf Platz 15 und sicherte Trainer Ralf Rangnick vorerst den Job. Der Krisen geplagte 1. FC Kaiserslautern feierte mit dem 2:2 beim FC Schalke 04 einen Achtungserfolg, fiel aber dennoch auf Rang 18 zurück.

Nach der durchwachsenen Leistung beim Aufsteiger Arminia Bielefeld ist die Stimmung beim deutschen Rekordmeister Bayern München ein wenig getrübt. "Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen zu glauben, die Meisterschaft ist ein Selbstläufer", warnte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nach dem dürftigen 0:0 auf der Alm. Zwar bleibt der seit acht Spielen unbesiegte Titel-Favorit souveräner Spitzenreiter, zeigte aber durchaus Schwächen. "Das war zu wenig", schimpfte Manager Uli Hoeneß. Die Profis des durch eine Grippewelle arg geschwächten Bayern - Teams nahmen das Remis gelassener. "Es gibt so Spiele, da muss man sehen, dass man wenigstens einen Punkt holt und damit auch mal zufrieden sein", befand Torhüter Oliver Kahn, der seit 713 Minuten ohne Gegentreffer ist.

Mit einer nicht erwarteten kleinen Erfolgsserie hat der FC Energie Cottbus im Kampf gegen den Abstieg aufhorchen lassen. "Wir schnuppern wieder am Klassenerhalt", jubelte Manager Klaus Stabach nach dem 2:1 gegen den VfL Bochum. Die Treffer von Laurentiu-Aurelian Reghecampf und Andrzej Juskowiak lassen die Lausitzer wieder hoffen. Trainer Eduard Geyer aber warnt vor zu großer Freude: "Ich bin Realist genug, um einzuschätzen, dass wir die Hilfe der anderen Teams brauchen."

Sein Kollege Ralf Rangnick darf mit Aufsteiger Hannover 96 ebenfalls auf den Verbleib in der Bundesliga hoffen. Der 1:0-Erfolg beim TSV München 1860 konnte das zerrüttete Verhältnis zwischen Trainer und Präsident Martin Kind zwar nicht kitten, zumindest Rangnick aber signalisierte Gesprächsbereitschaft. Den Treffer des Tages für die 96-er erzielte Nebojsa Krupnikovic. Bei den "Löwen" konnte auch der erstmals eingesetzte Chinese Jiayi Shao die Niederlage nicht verhindern.

Der 1. FC Kaiserslautern feierte das durch einen Treffer von Harry Koch in letzter Minute gesicherte 2:2 beim FC Schalke 04 wie einen Sieg. Zwar fielen die Pfälzer auf den letzten Tabellenplatz zurück. "Aber für die Moral war das sehr wichtig", sagte Trainer Erik Gerets. Die Schalker, für die Victor Agali beide Tore erzielte, warten nun schon seit vier Monaten auf einen Heimsieg.

Sechs Schweden - drei Punkte lautet die Erfolgsformel von Hansa Rostock. Beim 1:0-Sieg der Mecklenburger in Nürnberg gab es außerdem ein Bundesliga-Novum: Erstmals standen in der Startformation einer Mannschaft sechs Ausländer aus einer Nation. Kein Wunder, dass der Siegtreffer auf das Konto eines Schweden ging. Rade Prica brachte die Franken mit seinem Tor in große Abstiegsnot und verschaffte Rostock ein wenig Luft im Kampf um den Klassenverbleib. "Jetzt werden wir wieder bis zum Schluss eine Zittersaison erleben", schimpfte "Club"- Trainer Klaus Augenthaler.

Der VfB Stuttgart hingegen befindet sich weiterhin auf dem Höhenflug. Mit den "jungen Wilden" schnuppern die Schwaben nach dem 3:1 gegen Hertha BSC Berlin an den Champions-League-Rängen. Glanzlichter beim VfB waren erneut die Jung-Profis Kevin Kuranyi, Alexander Hleb und Ioannis Amanatidis. Kuranyi verriet nach dem Sprung auf Rang vier das einfache Erfolgsgeheimnis: "Wenn wir gewinnen, spielen wir am Sonntag immer Fußball. Wenn wir verlieren, machen wir einen Waldlauf. Deshalb versuchen wir immer zu gewinnen."

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