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Hannover Rück mit Fehlbetrag wegen Sturmschäden - Höhere Dividende

Der weltweit viertgrößte Rückversicherer ist wegen der ungewöhnlich heftigen Wirbelsturmsaison im dritten Quartal wie von Analysten erwartet unter dem Strich in die roten Zahlen gerutscht.

dpa-afx HANNOVER. Der weltweit viertgrößte Rückversicherer ist wegen der ungewöhnlich heftigen Wirbelsturmsaison im dritten Quartal wie von Analysten erwartet unter dem Strich in die roten Zahlen gerutscht. Die Gesellschaft bestätigte am Donnerstag zudem ihren vor einiger Zeit gekappten Ausblick für das Gesamtjahr und strebt damit weiter einen Überschuss von 300 Mill. Euro an.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verbuchte sie um ein Viertel auf 191,1 Mill. Euro eingebrochenen Nettogewinn. "Angesichts der außerordentlich hohen Großschadenbelastung sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Vorstandschef Wilhelm Zeller. "Die Qualität des übrigen Geschäfts konnte den Effekt aus den Großschäden weitgehend auffangen." Für das nächste Jahr rechnet der Rückversicherer weiterhin mit einem auf 430 Mill. bis 470 Mill. Euro steigenden Überschuss bei einer normalen Entwicklung des Großschadenverlaufs.

Höhere Dividende

Ihren Aktionären stellt die im MDax notierte Hannover Rück ungeachtet der teils drastisch geschrumpften Quartalsergebnisse für 2004 eine höhere Dividende in Aussicht. "Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat eine Dividende von einem Euro je Aktie vorschlagen", bekräftigte Finanzchefin Elke König im Gespräch mit der dpa-AFX. Im Vorjahr hatten die Hannoveraner noch 0,95 Euro pro Aktie ausgeschüttet. Mit Blick auf die Rückversicherer-Branche sagte König: "Ich glaube, dass wir uns auf dem Höhepunkt des Marktzyklus bewegen." Sie machte aber keinen starken Druck auf die Raten aus. "Eine Abschwächung des Zyklus sehe ich nicht."

Die Hannover Rück profitierte im Berichtzeitraum Juli bis September nach eigenen Angaben von unverändert vorteilhaften Bedingungen auf den Rückversicherungsmärkten. Anderseits war das Ergebnis von einer beispiellosen Großschadenbelastung (358,6 Mill. Euro) geprägt, wie die Hannoveraner meldeten.

Wegen der Wirbelsturmschäden sackte der Rückversicherer im dritten Quartal unter dem Strich in die roten Zahlen und verbuchte einen Fehlbetrag von 20,4 Mill. Euro (Vorjahr: plus 94,2 Mill. Euro). Dies hatten die von dpa-AFX befragten Analysten im Schnitt erwartet. Das operative Ergebnis brach um 84,7 Prozent auf 32,6 Mill. Euro ein. Experten hatten hier aber im Schnitt einen Verlust vorhergesagt.

Unerwartet Deutliche Prämien-Rückgänge

Der versicherungstechnische Verlust betrug 153 Mill. Euro (Vorjahr: plus 17,6 Mill. Euro). Die Bruttoprämien schrumpften um 17,6 Prozent auf 2,38 Mrd. Euro und damit etwas stärker als erwartet. Die Nettoprämien sanken ebenfalls stärker als von Analysten prognostiziert um 12,9 Prozent auf 1,98 Mrd. Euro. Auch auf Neun-Monats-Sicht schrumpften Gewinne und Prämien. Im Gesamtjahr geht die Hannover Rück auch wegen Währungseffekten infolge des starke Euro davon aus, dass die Bruttoprämien deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. In den ersten neun Monaten schwanden sie um 19,1 Prozent auf 7,18 Mrd. Euro.

Zum 30. September betrug der Großschaden-Anteil an der verdienten Nettoprämie 10,5 Prozent beziehungsweise 258,5 Mill. Euro. Damit liege er deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von rund fünf Prozent, meldete die Hannover Rück. Allein im dritten Quartal habe sich die Schadenbelastung aus den Hurrikanen in den USA sowie den Taifunen im pazifischen Raum und weiteren Großschäden auf 222,2 Mill. Euro belaufen. Dies entspreche 22,7 Prozent der Quartals-Nettoprämie.

Jahresziel: Combined Ratio Unter 100%

Die Schaden-Kosten-Quote betrug in den ersten neun Monaten 97,1 Prozent (Vorjahr: 97,2%). Im Gesamtjahr peilt die Hannover Rück hier 95 bis 97 Prozent an. Liegt diese so genannte Combined Ratio unter 100 Prozent, so erzielt ein Versicherer operativ Gewinne. Das Kapitalanlageergebnis stieg im dritten Quartal um 6,2 Prozent auf 216,1 Mill. Euro. In den ersten neun Monaten wuchs es um 9,3 Prozent auf 783,1 Mill. Euro.

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