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Hannover Rück reduziert Gewinnprognose - Aktie unter Druck

Der weltweit fünftgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr wegen der hohen Hurrikanschäden in den USA gesenkt. Der Überschuss werde voraussichtlich bei rund 300 Mill. Euro statt wie bisher in Aussicht gestellt zwischen 390 Mill.

dpa-afx HANNOVER. Der weltweit fünftgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr wegen der hohen Hurrikanschäden in den USA gesenkt. Der Überschuss werde voraussichtlich bei rund 300 Mill. Euro statt wie bisher in Aussicht gestellt zwischen 390 Mill. und 430 Mill. Euro liegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hannover mit.

Die vier Wirbelstürme in den USA und mehrere Taifune hätten den Konzern mit knapp 340 Mill. Euro netto im dritten Quartal belastet. Die Aktie geriet daraufhin an der Börse unter Druck und verlor in der Spitze im frühen MDax-Handel rund vier Prozent, erholte sich dann aber auf 24,62 Euro.

Die Gewinnerwartung für das Jahr 2005 blieb unverändert. Diese konkretisierte der Konzern mit 430 Mill. bis 470 Mill. Euro oder 3,60 bis 3,90 Euro pro Aktie. Dies setze voraus, dass sich die Großschäden im langjährigen Durchschnitt bewegten und keine unerwarteten negativen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten stattfänden, sagte Vorstandschef Wilhelm Zeller. Die jüngsten Hurrikans würden sich positiv auf die laufenden Vertragsverhandlungen auswirken. "Der von vielen Marktteilnehmern erwartete Preisabrieb im Katastrophen-Rückversicherungsgeschäft dürfte nun ausbleiben."

Höhere Dividende

Für 2004 solle trotz des Gewinnrückgangs eine höhere Dividende als im Vorjahr gezahlt werden. "In Anbetracht der außergewöhnlichen Schadenbelastung der letzten Wochen ist dies ein sehr gutes Ergebnis und Beleg für die anhaltend gute Profitabilität der Schaden-Rückversicherung, aber auch Beleg für unser umsichtiges Risikomanagement", sagte Zeller.

Analyst Jochen Schmitt von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sagte, die Gewinnreduzierung wegen der Naturkatastrophen sei prinzipiell nicht ungewöhnlich. "Die eigentliche negative Nachricht ist in unseren Augen, dass die Hannover Rück durch Naturkatastrophen stärker belastet wird, als bislang von uns angenommen."

Teuerste Hurrikan-Saison Aller Zeiten

Im Vergleich zum Marktführer Münchener Rück verbuchten die Hannoveraner laut LRP im Vergleich zur Unternehmensgröße eine wesentlich höhere Belastung aus den aktuellen Hurrikans. So rechne der Münchener Konzern bislang mit Schäden in Höhe von 440 Mill. Euro aufgrund der vier Hurrikans.

Die Hannover Rück begründete die gesenkte Gewinnerwartung mit den außerordentlichen Schäden der Hurrikans "Charley", "Frances", "Ivan" und "Jeanne". Die Ergebniserwartung fuße unter anderem auf einer Großschadenbelastung von rund fünf Prozent der Nettoprämie in der Schaden-Rückversicherung. Dies entspreche dem langjährigen Durchschnitt der Großschäden. Der Wert für die ersten drei Quartale 2004 liege mit 12,5 Prozent deutlich über diesem Niveau. Hinzu komme, dass die vier Hurrikane auch das Programmgeschäft belastet hätten.

Mit einer bis auf 40 Mrd. Dollar geschätzten Schadensumme habe es sich bei der Hurrikan-Serie im dritten Quartal um den größten versicherten Schaden aller Zeiten in den Vereinigten Staaten und weltweit gehandelt. Unberührt von den sehr hohen Katastrophenschäden verlaufe das Geschäft der Hannover Rück in den übrigen Geschäftsfeldern unverändert erfolgreich.

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