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Hannover Rück trotz Gewinnminus für 2001 optimistisch

Nach sechs Rekordjahren in Folge erwartet die Hannover Rückversicherungs AG für 2001 mit 230 Mill. ? erstmals wieder ein deutlich rückläufiges Jahresergebnis. Dennoch bewertete Vorstandschef Wilhelm Zeller den sich abzeichnenden Geschäftsverlauf am Dienstag als positiv.

Reuters HANNOVER. Zeller verwies auf die Sondereffekte durch die gesunkene Körperschaftssteuer im vorigen Jahr. Dadurch sei der Gewinn überdurchschnittlich stark um 81 % auf 365 Mill. ? gestiegen, was in diesem Jahr den Vergleich verzerre. Gegenüber dem Vergleichsjahr 1998 entspreche das Ergebnisziel für 2001 einem jährlichen Zuwachs von zehn Prozent. Für das Jahr 2000 plant die Hannover Rück eine um zwölf Prozent höhere Dividende von 2,30 ? je Aktie, die aber über eine Kapitalerhöhung wieder ins Unternehmen zurückfließen soll.

Für das laufende Jahr erwartet die nach eigenen Angaben weltweit fünftgrößte Rückversicherungsgruppe in den meisten ihrer Sparten Prämienzuwächse und steigende Gewinnbeiträge. Das gilt nach Zellers Worten auch für die US-Tochter Clarendon. Diese habe voriges Jahr wegen eines für alle Anbieter schwierigen US-Marktes einen Ergebnisrückgang verzeichnet. Die Gesamt-Bruttoprämie für Hannover Rück solle sich um 15 % auf 9,5 Mrd. ? erhöhen. Der geplante Reingewinn von 230 Mill. ? bedeute einen Gewinn je Aktie von 7,76 ?. Auch dieser Wert spiegle seit 1998 eine zehnprozentige Steigerung von damals 5,83 ? Gewinn je Aktie bei einem Überschuss von 171 Mill. ? wider, sagte Zeller.

Eine hohe Nachfrage verzeichnet die Hannover Rück derzeit nach eigenen Angaben bei der Personen-Rückversicherung, und zwar als Folge neuer Angebote von Erstversicherungen für die private Altersvorsorge. Schon jetzt sei absehbar, dass die Rückversicherer weltweit den Finanzierungsbedarf von Versicherungen für die neue "Riester-Rente" nicht komplett abdecken könnten, sagte Zeller. Rückläufig dürfte für die Hannover Rück 2001 das Ergebnis der Kapitalanlagen werden, wie sich dies bereits nach dem Einbruch der Aktienmärkte im ersten Quartal bereits abzeichne.

Unter dem Strich plant die Hannover Rück für 2001 auch wieder einen Zuwachs des operativen Ergebnisses. Trotz der um 24 % auf 8,32 Mrd. ? gestiegenen Bruttoprämien war der Vorsteuergewinn um knapp acht Prozent auf 304 Mill. ? zurückgegangen, wie das Unternehmen bereits im März mitgeteilt hatte. Durch die von 40 auf 25 % gesenkte Körperschaftssteuer sparte die Hannover Rück dann aber nach eigenen Angaben bei der Neubewertung der latenten Steuern 219 Mill. ? ein, was zu dem Gewinnsprung führte.

Für das abgelaufene Jahr will die Hannover Rück die Dividende um 12 % auf 2,30 ? erhöhen. Hinzu kämen ein Bonus von 0,25 ? und eine letztmalige Körperschaftssteuergutschrift von 1,09 ?. Die Bruttodividende würde sich damit von 2,91 ? je Aktie auf 3,64 ? erhöhen. Wie schon in den vergangenen Jahren sollen die Aktionäre nach dem so genannten Schütt-aus-hol-zurück-Verfahren die Gesamtdividende von 100 Mill. ? durch eine Kapitalerhöhung dem Unternehmen wieder zur Verfügung stellen. Damit wolle die Hannover Rück ihr gutes AA-Bonitätsrating sichern, sagte Zeller.

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