Hannover verliert auch unter Lienen
Bayern München holt nur einen Punkt

Werder Bremen hat dem Druck am 24. Bundesliga-Spieltag standgehalten. Verfolger Bayern München musste sich im Heimspiel gegen Rostock hingegen mit einem Unentschieden zufrieden geben.

HB BERLIN. Der FC Bayern München hat im Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft wieder einmal gepatzt. Während Tabellenführer Werder Bremen am 24. Bundesliga-Spieltag einen 3:2-Heimsieg gegen den 1. FC Köln über die Zeit rettete, musste sich der Titelverteidiger gegen Hansa Rostock mit einem 3:3-Remis begnügen.

Bremen (58 Zähler) führt die Tabelle mit nunmehr neun Punkten Vorsprung vor dem FC Bayern (49) an. Der drittplatzierte VfB Stuttgart kann am Sonntag mit einem Sieg bei 1860 München den Anschluss an das Spitzenduo halten. Hannovers neuer Trainer Ewald Lienen musste bei seinem Einstand vor heimischem Publikum eine 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern mit ansehen, die die Niedersachsen in die Abstiegszone beförderte.

Schlecht steht es um Hertha BSC. Die Berliner müssen sich nach der 0:2-Niederlage beim Hamburger SV als Tabellen-17. ernsthaft mit dem Abstieg auseinandersetzen. Schalke 04 musste bei Eintracht Frankfurt eine 0:3-Pleite verkraften, während Rivale Borussia Dortmund in Freiburg ein 2:2-Remis erkämpfte. Schalke steht in der Tabelle aber weiter vor Dortmund.

Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 3:0 (0:0)

Die erste Torchance im Waldstadion hatte Schalkes Jörg Böhme (6.), aber in der Folgezeit kam Frankfurt besser ins Spiel. Du Ri Cha testete Schalkes Ersatztorwart Volkan Ünlü in der 15. Minute, doch der warf sich rechtzeitig in den Ball. Erst im zweiten Durchgang gelang den Frankfurtern der Führungstreffer durch Ioannis Amanatidis (57.). Ervin Skela legte in der 77. Minute zum 2:0 nach, bevor Alexander Schur die aufsteigende Formkurve der Frankfurter mit dem dritten Treffer unterstrich (81.).

FC Bayern München - Hansa Rostock 3:3 (2:0)

Nach Doppelpass mit Roy Makaay gelang Jens Jeremies bereits in der vierten Minute der Führungstreffer für die Bayern. Der Abwehrspieler ließ Hansas Torwart Mathias Schober mit seinem Linksschuss keine Chance. Keine fünf Minuten später musste Makaay einen Abklatscher von Schober nur noch zum 2:0 einschieben (9.).

Sein 15. Tor machte Rostocks Martin Max nach der Pause (53.). Nach einem langen Ball ließ er Torwart Oliver Kahn aussteigen. Kurz darauf wurde ein Kopfballtreffer von Sammy Kuffour vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Diesen Umstand nutzten die Rostocker. Magnus Arvidsson sorgte nach einem langen Ball für den Ausgleich (65.). Thomas Rasmussen (72.) brachte Rostock zwischenzeitlich sogar in Führung. Freuen konnten sich die Hanseaten aber nur kurz. Einen Foulelfmeter verwandelte Makaay zum 3:3-Ausgleich (76.). Ein Foul von Razundara Tjikuzu an Ze Roberto war dem Elfer voraus gegangen.

SC Freiburg - Borussia Dortmund 2:2 (1:1)

Roda Antar stellte die Heimstärke seiner Mannschaft in der 17. Minute unter Beweis, als er zum 1:0 traf. Die BVB-Innenverteidigung sah bei der Aktion denkbar schlecht aus. In der Folgezeit war die Borussia zwar das überlegene Team, aber hundertprozentige Chancen spielten sich die Dortmunder nicht heraus. Bis in der 45. Minute eine Standardsituation den Ausgleich besiegelte. Einen Freistoß lenkte Dede mit dem Kopf zum 1:1 ins Tor. Freiburgs Lars Hermel wurde zum Unglücksraben, als er in der 59. Minute einen Freistoß von Torsten Frings zum 2:1 für Dortmund ins eigene Tor abfälschte. Aber nur acht Minuten später verwandelte Levan Zkitischwili einen Foulelfmeter zum 2:2-Endstand.

Bayer 04 Leverkusen - VfL Wolfsburg 4:2 (3:1)

Es dauerte genau 32 Sekunden, da konnten die Leverkusener Fans in der BayArena zum ersten Mal jubeln. Dimitar Berbatow hatte nach Vorarbeit von Franca zum 1:0 eingeschossen und das schnellste Tor der bisherigen Saison erzielt. In der 13. Minute legte Marko Babic für die Hausherren per Freistoß nach. Den Anschluss erzielte Marko Topic mit dem Kopf (21.). Diego Placente hatte den Wolfsburger frei vor das Tor kommen lassen. Aber schon in der 32. Minute stellte Bernd Schneider den alten Abstand wieder her. Franca erhöhte in der 63. per Kopf zum 4:1, bevor Diego Klimowicz die Wolfsburger noch einmal auf 2:4 heranbrachte (82.).

Hamburger SV - Hertha BSC Berlin 2:0 (1:0)

Nachdem Trainer Klaus Toppmöller sein Team aufs Schärfste kritisiert hatte, rissen sich die Hamburger gegen Hertha BSC zusammen. Belohnt wurde ihre Mühe in der 34. Minute, als Christian Rahn einen Freistoß verwandelte. Nach der Pause schwächte sich Hertha BSC dann gleich zwei Mal selbst. Kapitän Dick van Burik musste das Feld in der 55. Minute wegen unsportlichen Verhaltens vorzeitig verlassen. In der 66. folgte im Arne Friedrich ebenfalls mit Rot wegen einer Notbremse. Der HSV ließ sich nicht zwei Mal bitten: Romeo war für das zweite Tor verantwortlich (71.).

Hannover 96 - 1. FC Kaiserslautern 0:1 (0:0)

«Ich denke, die Mannschaft hat die Klasse, die Liga zu halten», sagte Hannovers neuer Trainer Ewald Lienen vor dem Spiel. Das einzige Tor fiel aber für die Lauterer, die Lienen den Einstand bei den Niedersachsen gründlich verdarben. Marian Hristow hieß der Schütze (62.). Gefährlich wurde es für die Gäste noch einmal in den letzten fünf Minuten, weil Kaiserslauterns Alexander Knavs die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Doch der finale Ansturm der Hannoveraner brachte kein zählbares Ergebnis.

Werder Bremen - 1. FC Köln 3:2 (3:0)

Für Johan Micoud ist das Rennen um die Meisterschaft gelaufen. «Wir halten dem Druck stand», sagte der Regisseur von Tabellenführer Werder Bremen vor dem Spiel. Und siehe da: Der Franzose sorgte gleich selbst für die Führung (16.). Den von Ivan Klasnic vorgelegten Ball schoss Micoud unhaltbar für Stefan Wessels aus kurzer Distanz ein. In der 37. Minute legte Ailton mit einem Heber zum 2:0 nach. Genau fünf Minuten später gelang dem Brasilianer sein 22. Saisontreffer.

In der zweiten Hälfte gelang Kölns Oliver Schröder nach einem Fehler von Mladen Krstajic der Treffer zum 1:3 (57.). Der gerade eingewechselte Dirk Lottner machte den Fans des Tabellenletzten in der 70. Minute wieder Mut, als er zum 2:3-Anschluss traf. Mehr konnten die Rheinländer aber nicht herausschlagen. Kurz vor Schluss wurde dann auch noch Alexander Voigt (Gelb-Rot) vom Platz geschickt (87.).

VfL Bochum - Borussia Mönchengladbach

VfB Stuttgart - TSV 1860 München (beide Spiele am Sonntag um 17.30 Uhr)

Der VfL Bochum ist auch weiterhin die führende Kraft im Ruhrgebiet. Das soll auch nach dem Spiel gegen Gladbach so bleiben. Das letzte Mal verloren die Bochumer im März 1995 (0:2) im Ruhrstadion gegen die «Fohlen». Nach seinem Faserriss an der Wade trainiert Micky Stevic wieder und steht zur Verfügung. In Mönchengladbach hat der Wechsel des Torwarts für Ruhe gesorgt. Zudem herrschte nach dem ersten Sieg in der Rückrunde in der Mannschaft nun eine bessere Stimmung.

Dem VfB Stuttgart macht nicht das Aus in der Champions League Sorgen, sondern die Torflaute in der gesamten Offensivabteilung. «Jetzt gilt unsere ganze Aufmerksamkeit der Liga», gibt Trainer Felix Magath die Richtung vor. «Beginnend mit dem Sieg in Dortmund vergangene Woche wollen wir eine Serie starten. Die ist auch nötig, um uns in der Tabelle oben festzusetzen.» Beim TSV 1860 tun sich die Spieler momentan schwer, sich auf ihre sportlichen Aufgaben zu konzentrieren. Schließlich hat der Klub nur drei Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Doch der Korruptionsskandal und die Verhaftung der Vereinsbosse überschattet das Tagesgeschäft.

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