Hans Zach: „Wir geben nicht auf“
Krefeld greift nach dem Titel

Die Krefeld Pinguine greifen zum ersten Meistertitel nach 51 Jahren. Am zweiten Playoff-Finalspieltag der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) schlug der Vorrunden-Sechste am Sonntag Titelverteidiger Kölner Haie mit 3:2 (1:0, 1:1, 1:1) und braucht nach dem 5:2-Sieg am Freitag in Köln nur noch einen Sieg zum historischen Triumph.

HB/dpa KREFELD. Bereits am Donnerstag (20.00 Uhr/Premiere live) in Köln kann die Mannschaft von Trainer Butch Goring die "Best of Five"-Serie für sich entscheiden und den größten Erfolg in der 67- jährigen Vereinsgeschichte feiern. Beim Titelgewinn winkt der Mannschaft eine Prämie von rund 120 000 Euro.

"Vor der Kulisse macht es riesigen Spaß zu gewinnen", sagte Goring, der mit den New York Islanders vier Mal den Stanleycup gewann, "wir sind jetzt in einer tollen Ausgangsposition und wollen schon in Köln Meister werden." Im Playoff hat eine Mannschaft noch nie einen 0:2-Rückstand aufgeholt, doch Köln hat den Titel noch nicht abgeschrieben. "So schnell geben wir nicht auf. Wir können es noch packen. Meine Mannschaft hat einen unglaublichen Charakter", meinte Kölns Coach Hans Zach, der mit der Leistung von Schiedsrichter Willi Schimm gar nicht einverstanden war. "Er hat nicht gleichberechtigt hinausgestellt. In so einem Spiel muss man von einem Referee mehr Fairplay verlangen", kritisierte der Bundestrainer.

Die 6714 Zuschauern verwandelten die restlos ausverkauften Krefelder Rheinlandhalle in ein Tollhaus, nachdem die Pinguine dank der Tore von Nationalspieler Christian Ehrhoff, Stephane Barin und Torjäger Brad Purdie auch das sechste Saisonspiel gegen Köln gewonnen hatten. Der Favoritenschreck vom Niederrhein, der im Halbfinale überraschend Vorrunden-Primus Eisbären Berlin ausschaltete, hat nach dem zweiten Finalerfolg gegen den achtfachen Meister beste Chancen zum dritten Titelgewinn nach 1951 und 1952. "Das wird hart genug in Köln", warnte Krefelds Torwart Robert Müller, "aber ich möchte den Titel holen und werde alles dafür tun."

Hans Zach und seine favorisierten Haien müssen am Donnerstag in der Kölnarena gewinnen, um bei ihrer elften Finalteilnahme den vorzeitigen K.o. zu verhindern und mindestens ein viertes Spiel zu erzwingen, das am Ostersamstag (18.30) in Krefeld stattfinden würde. Die Kölner zeigten eine bessere Leistung als am Freitag, waren aber in der Chancenverwertung nicht so effektiv wie der Gegner.

Mit Müller, dessen Einsatz wegen einer Knieverletzung am Freitag fraglich war, im Tor erwischten Krefeld im rheinischen Derby einen Start nach Maß. Nationalspieler Ehrhoff nutzte in der sechsten Minute eine Strafzeit von Haie-Stürmer Andreas Morczinietz zum Führungstor. Aber die Kölner, bei denen Trainer Zach und einige Spieler von einem Grippevirus befallen waren, behielten die Nerven und boten dem spielerisch überlegenen Rivalen mit hohem Einsatz Paroli.

Der Überzahltreffer von Alex Hicks (27.) zum 1:1 machte bei den Haien neue Kräfte frei, doch mitten in einer starken Kölner Phase gelang Krefeld die erneute Führung durch Stephane Barin (34.). Mit Glanzparaden verhinderte Haie-Keeper Chris Rogles zunächst einen höheren Rückstand. Im Schlussdrittel waren nur 15 Sekunden gespielt, als der Kanadier Purdie mit seinem elften Playoff-Treffer die Vorentscheidung besorgte. Kölns Ron Pasco (59.) gelang nur noch Ergebniskosmetik.

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