Hansjoachim Fruschki, 63, ist Vorstandschef der DAK in Hamburg
Wie fühlt man sich eigentlich, Herr Fruschki ...

... wenn jetzt plötzlich jeder Ihr Gehalt als Krankenkassenchef in der Zeitung nachlesen kann?

Anfangs war ich genervt. Nicht über die Tatsache der Veröffentlichung, sondern darüber, wie ein Teil der veröffentlichten Meinung mit dem Thema umgegangen ist. Manche Redaktion schielt auf ihre Auflage und fährt die in Deutschland offenbar unvermeidliche Neidkampagne. Ob diese selbsternannten Anwälte des kleinen Mannes auch darüber berichten würden, wie viel ihr Verleger verdient und wie hoch die Bezüge ihres Chefredakteurs sind? Ich glaube nicht. Glücklicherweise hat sich der überwiegende Teil der Presse nicht vom pseudoinvestigativen Neidvirus anstecken lassen.

Die DAK ist ein Unternehmen mit einem Haushalt von 15 Milliarden Euro. Sie beschäftigt 15 000 Menschen und versichert rund sieben Millionen Bürger. Die DAK ist zugleich ein Sozialversicherungsträger mit einem politisch begründeten, sozialen Auftrag. So gesehen ist mein Gehalt angemessen.

Nach den ersten Veröffentlichungen bekamen die Vorstände der großen Kassen Anrufe von Headhuntern. So günstig, hieß es, sind Manager von Unternehmen mit Milliardenumsatz sonst nicht zu haben. Das allerdings hat mich amüsiert."

Die Frage stellte Claudia Tödtmann



*Alle rund 290 Krankenkassenchefs sind jetzt verpflichtet, ihre Grundgehälter - also ohne ihren variablen Vergütungen und Zuwendungen für betriebliche Altersversorgung - zu veröffentlichen. DAK-Chef Fruschki steht mit 221 000 Euro an der Spitze gefolgt vom Chef der mitgliederstärksten Kasse, BEK-Chef Eckart Fiedler mit 185 422 Euro im Jahr.

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